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Rhein-Neckar-Power - Tuning für den Milwaukee-Eight-Motor

04.01.2019  |  Text: Heinrich Christmann  |   Bilder: Tobias Kircher, Carsten Heil
Beim Harley-Davidson-Vertragshändler Rhein-Neckar in Ludwigshafen-Ruchheim hat man einen knapp über zwei Liter Hubraum messenden Tuning-Kit für die Milwaukee-Eight-Motoren entwickelt
Wenn es um starke Harley-Motoren geht, gibt es eine neue Adresse. H-D Rhein-Neckar konnte vor einiger Zeit einen Coup landen, indem die Firma gleich zwei Männer einstellte, die es, was Motorentuning betrifft, faustdick hinter den Ohren haben. Die Rede ist von Matthias Kühne und Stefane Nunes, vormals beschäftigt bei G&R in Walsheim. Als G&R-Inhaber Günther Sohn sich vor gut einem Jahr entschloss, seine Firma in Walsheim zu schließen, klopften seine beiden Chefschrauber beim Vertragshändler in Ruchheim an und schmeißen seither dort die Werkstatt. Und natürlich können die beiden das, was bis dahin ihr täglich Brot war, nicht einfach so sein lassen und tunen weiterhin Harley-Motoren, jetzt halt in Ludwigshafen. „Wir sind stolz darauf, dass wir das Tuning-Paket ganz legal mit TÜV anbieten können“, betont Rhein-Neckar-Geschäftsführer Pascal Vergnaud, „die Gutachten haben uns zwar viel Geld gekostet, aber als Vertragshändler müssen wir das unseren Kunden bieten.“

Die Labels an den Zylinderkopfdeckeln verraten, was Sache ist: Hier wuchten 124 Kubikinch fast 180 Newtonmeter auf die Kurbelwelle

Für alle Milwaukee-Eight!
Kern des Ganzen ist eine Hubraumerhöhung des Milwaukee-Eight-Motors auf 124 Kubikinch, was 2032 Kubikzentimeter entspricht. Möglich ist das für alle Milwaukee-Eight-Varianten, egal ob sie ab Werk 107, 114 oder, wie die CVOs, 117 Kubikinch haben. Das gilt auch für die Softail-Motoren. Die Hardware, sprich die Kolben und die Zylinderlaufbuchsen, kommt von einem amerikanischen Spezialisten, der aus verständlichen Gründen nicht näher genannt werden soll. Die originalen Zylinderlaufbuchsen kommen raus, die Laufbuchsen aus den USA werden hier in Deutschland in den Zylinderkörper eingepresst. Interessanterweise kommt den Kunden der Umbau dann um gut 2200 Euro günstiger, wenn sein Fahrzeug 107 Kubikinch ab Werk hat. Das liegt daran, dass der Ruchheimer Tuning-Kit mit einem Hub von 111,1 Millimeter arbeitet, das ist exakt derjenige Hub, den die 107er-Variante hat. Möchte der Besitzer eines 114er- oder 117er-Milwaukee-Eight den Kit verbaut haben, muss die Kurbelwelle gewechselt werden, denn beide Hubraumvarianten arbeiten serienmäßig mit einem längeren Hub von 114,3 Millimetern. Die neue Kurbelwelle plus deren Einbaukosten erklären den Preisunterschied. Derzeit hat H-D Rhein-Neckar zwei Maschinen im Fuhrpark, in denen der 124er-Kit verbaut ist. Es handelt sich dabei um eine CVO Road Glide und eine Softail Fat Bob. Beide Bikes haben wir gefahren, beide konnten überzeugen, wobei uns die deutlich leichtere Fat Bob so richtig an den Eiern gepackt hat. Die hat nominell zwar sechs PS weniger an der Kupplung als die Road Glide, die gemessenen 108,4 PS der Fat Bob genügen aber trotzdem, um die satte zwei Zentner schwerere Touring-Schwester nach Strich und Faden abzuhängen. Vor allem das unbeschreiblich bärige Drehmoment von 184 Newtonmeter, das bei vergleichsweise moderaten 3700 Umdrehungen ansteht, lässt die Fat Bob bei jedem Gasgriffzucker springen wie ein Panther auf Koks.



Bald kommt noch mehr …
Auch der von Hause aus superschweren CVO Road Glide (fahrfertiges Leergewicht: 405 Kilogramm) tut der aufgerüstete Motor natürlich sehr gut. Allerdings verhindert das immense Mehrgewicht beim Beschleunigen den gewissen „Boah, ey“-Effekt, den die Fat Bob liefert. Gleichwohl, mit 114,3 PS Leistung und 179 Nm Drehmoment ist der schwere Tourendampfer jetzt in jeder Fahrsituation absolut souverän motorisiert, so macht Road Glide fahren Spaß.

Die Schmiedekolben und die Laufbuchsen kommen aus den USA, über die Nockenwelle schweigen sich die Tuner aus

Noch ein paar Zahlen: Der Umbau einer 107er kommt inklusive aller Hard- und Software-Kosten, TÜV-Gutachten und inklusive der Mehrwertsteuer auf 8355,– Euro, der Umbau einer 114er oder 117er kostet, weil noch eine neue Kurbelwelle samt Einbau dazu kommt, 10.525 Euro. Und wie man so hört, wollen die Rhein-Neckar-Jungs künftig noch dickere Bretter bohren. Mitte 2019 soll es einen noch größeren Motor geben. DREAM-MACHINES wird am Ball bleiben und berichten.
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Stand:22 May 2019 14:05:06/fahrtests/rhein-neckar-power+-+tuning+fuer+den+milwaukee-eight-motor_181220.html