Modelljahr 2019 – Harleys nächster Jahrgang

07.09.2018  |  Text: Heinrich Christmann  |   Bilder: Harley-Davidson
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Modelljahr 2019 – Harleys nächster Jahrgang
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Der absolute Knaller des neuen Modelljahrgangs aus Milwaukee ist ohne Zweifel die neue Softail FXDR 114. Aber auch bei den Tourern hat sich ein bisschen was getan, bestimmte Dickschiffe gibt es jetzt auf Wunsch mit dem 114er-Motor. Dazu kommen noch drei neue Luxusgeräte aus der Abteilung „Custom Vehicle Operations“
Brandneu: FXDR 114
Mit der FXDR 114 fügt Harley-Davidson seiner Softail-Modellpalette einen kompromisslosen Power-Cruiser hinzu, bei dem der bekanntermaßen sehr elastische Milwaukee-Eight-114-Motor eine Synthese mit Gewicht sparenden Komponenten aus Leichtmetall und leichtem Verbundwerkstoff eingeht. Die neue FXDR ist somit die zurzeit einzige Softail, bei der Harley von der Optik des gefakten Starrrahmens absieht, denn die neue Leichtmetallschwinge besitzt das Aussehen einer normalen Zweiarmschwinge, wenngleich auch sie sich auf ein mittig montiertes, unter dem Sitz verlaufendes Monofederbein abstützt. Die Schwinge der FXDR bringt 6,25 Kilo auf die Waage, das ist eine Gewichtsersparnis um 4,62 Kilo, sprich 43 Prozent im Vergleich zu einer herkömmlichen stählernen Softail-Schwinge für 240er-Hinterreifen.

Starker Auftritt: Mit ihrem radikalen Aussehen schließt sie die Lücke, die seit dem Wegfall der V-Rods im Harley-Portfolio geklafft hat: die FXDR lässt selbst die Softail Fat Bob wie ein braves Ding erscheinen. Der neue Hecht im Softail-Karpfenteich kostet ab 24.595 Euro zzgl. Nebenkosten

Auch die Tatsache, dass der Heckrahmen aus Leichtmetall hergestellt ist, ist ein Novum bei Harley-Serienmaschinen. Sitz und Heck der FXDR 114 werden von einem Hilfsrahmen aus verschweißtem Leichtmetallrohr getragen. Dazu kommen leichtgewichtige Räder und Schutzbleche aus Verbundwerkstoff. All das trägt dazu bei, das fahrfertige Leergewicht inklusive Betriebsstoffen auf 303 Kilogramm zu drücken. Das sind zwar keine Welten (die M8 Street Bob wiegt „nur“ 297 Kilo),  trotzdem gehört die neue FXDR damit zu den „leichteren“ Softails, wenn man sechs Zentner überhaupt so nennen kann.

Der 114er-Motor ist bereits bekannt, deshalb wissen wir, dass das Aggregat sehr gut mit dem Softail-Fahrwerk harmoniert. 160 Newtonmeter bei 3500 U/min sind eine Bank, auf die man bauen kann, und dem Vernehmen nach bietet die FXDR mehr Schräglagenfreiheit als jedes andere Softail-Modell. Fahren konnten wir die Neuheit bis Redaktionsschluss leider noch nicht, exakt an dem Tag, an dem diese Ausgabe erstmals am Kiosk liegt, findet die Fahrerprobung im fernen Griechenland statt. Wir sind wirklich sehr gespannt, wie sich das Bike fahren lassen wird, denn der Lenkkopfwinkel ist ziemlich flach gehalten und das Bike besitzt eine recht lange Gabel mit einem vergleichsweise kurzen Nachlauf. Dazu kommt noch ein mit 120 Millimetern schmales Vorderrad und der bekannt widerspenstig einlenkende Hinterradreifen vom Typ „Michelin Scorcher 11“ in der Dimension 240/40 R18. Aber wir lassen uns gerne überraschen, in der nächsten Ausgabe wissen wir dann genau Bescheid und werden berichten.

Dieses Foto zeigt bereits eine leicht umgebaute Custom-Version. So sind z. B. die Spiegel, die Handgriffe, die Achsschrauben-Cover, die Fußrastenanlage und der Primärdeckel aus Harleys P&A-Programm

Optisch legt die FXDR im Vergleich zur rotzfrechen Softail Fat Bob noch eine Schippe in Sachen „Bad Ass Image“ drauf. So lang und flach und so kompromisslos gestylt, dürfte das Bike Leuten gefallen, die auf die schwarzen V-Rod-Modelle standen. Gleichwohl, im Vergleich zu einer schwarzen FXDR sahen die Night Rods eher brav aus. Aber die Hersteller können es nie allen recht machen. Im Netz wird schon jetzt über die Form des Auspuffendtopfs gelästert. Auch der massive, nach vorn gerichtete Luftfilter kommt nicht sonderlich gut weg. Wir schließen uns dem nicht an, uns gefällt dieses muskulöse Design. Die Lampenmaske ist nichts Neues, lediglich die Tatsache, dass sie um den ovalen Scheinwerfer eckig geformt ist, erscheint zunächst gewöhnungsbedürftig, generiert aber einen gewissen Aha-Effekt.

Wir finden’s geil: Dreieckig-halbovaler Endtopf vor der neuen, massiven, gegossenen Aluminiumschwinge

Doch wo Licht, ist automatisch auch Schatten. Am wenigsten kommen wir momentan mit dem arg kurz gestalteten Heck klar. Fällt man am Heckende ein Lot, kommt man auf Höhe der Hinterachse heraus. Das ist nicht nur optisch verdammt kurz, sondern auch faktisch. Hinzu kommt, dass das lackierte Heckteil verdammt breit ausfällt, was natürlich vor allem der fetten Schluffe zu verdanken ist. Auch neu und gewöhnungsbedürftig: Das eigentliche Ende des Fahrzeugs bildet eine dicht über dem Reifen geführte Abdeckung, die mitschwingt und am auf der linken Fahrzeugseite sitzenden, massiven Kennzeichenträger befestigt ist. Sorry, das müssen wir erst einmal live sehen, erst dann entscheidet sich, ob man das gut finden kann oder nicht. Und die Höhe des Lenkers, in diesem Fall die Höhe der Riser, passt so überhaupt nicht zu der Silhouette. Zehn Zentimeter weniger wären da mehr. Auch die Lampe dürfte gerne ein paar Zentimeter tiefer an der schön stabil wirkenden Gabel sitzen, das würde den „Long, low and bad“-Charakter noch unterstützen. Doch das ist jammern auf hohem Niveau, solche Kleinigkeiten lassen sich schließlich mit wenig Aufwand leicht abändern. Wir jedenfalls freuen uns auf das erste Zusammentreffen mit der neuen Softail, denn generell gefällt uns die Linie und die nonkonformistische Idee hinter dieser neuen frechen Harley sehr.

Das sind die neuen CVO-Modelle, die es jeweils in verschiedenen Lackvarianten gibt. Allen gemein ist der 117 cui große Motor, der 171 Newtonmeter bei 3750 U/min bereitstellt. Dazu kommen hochwertigste Oberflächenbehandlungen und jeweils reichlich bestückte Audioanlagen

Renovierte Touring-Modelle
Die Company hat jetzt endlich auf zwei Schwachstellen bei den Tourern reagiert – zumindest teilweise. Bei der einen kann man von einer echten Schwachstelle reden, die andere ist Geschmacksache. Geschmacksache ist, ob einem der 107er-Motor genügt, oder es doch lieber der 114er sein soll. Bisher gab’s dahingehend keine Option, nur der 107er war in den Dickschiffen lieferbar. Mit dem Jahrgang 2019 werden die Modelle Road King Special, Road Glide Special und Street Glide Special sowie die Ultra Limited, die Ultra Limited Low und die Road Glide Ultra mit dem 114er angeboten. Auch die beiden Trikes Freewheeler und Tri Glide Ultra werden mit dem 114er-Milwaukee-Eight-Motor ausgestattet. Die zweite Schwachstelle war seit seiner Premiere das Navigations- und Entertainmentsystem. Bei Harley ist es viel zu kompliziert zu bedienen, wenn die Herrschaften in Milwaukee mal wissen wollen, wie so was besser geht, sollten sie sich das System von Indian ansehen. Doch nur bei folgenden Modellen gibt es künftig Besserung. Die neu entwickelte „Boom! Box GTS“ feiert im Modelljahrgang 2019 in den Modellen Street Glide Special, Road Glide Special, Road Glide Ultra, Ultra Limited und Ultra Limited Low sowie im Trike Tri Glide Ultra und in den CVO-Modellen fröhliche Urständ, bei allen Nichtgenannten bleibt alles beim Alten.

Sportster und Softails
Ansonsten gibt es – das hat bei Harley-Davidson Tradition – wie in jedem Jahr auch bei den Sportstern und den übrigen Softail-Modellen neue Lackvarianten, die hier allerdings keine weitergehende Erwähnung finden, weil sich technisch gegenüber dem Vorjahr nichts geändert hat.
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Stand:18 September 2018 17:27:35/extras/modelljahr+2019+-+harleys+naechster+jahrgang_18827.html