Bereits zum dritten Mal startete der Cannonball Run vom atlantischen bis zum pazifischen Ozean. Fotograf Michael Lichter begleitete die Oldtimer-Bikes bei ihrem 17-tägigen Dauerlauf quer durch die Vereinigten Staaten
Los ging es am Strand von Daytona Beach

Man nehme 100 Motorradfahrer setze sie an der Atlantikküste auf zum Teil 77 bis 100 Jahre alte, museumsreife Motorräder und lasse sie nur mit Hilfe eines Roadbooks 6338 Kilometer an die Pazifikküste fahren. Schon hat man die Zutaten für ein fantastisches Abenteuer, das vergangenen September als Motorcycle Cannonball Cross Country Endurance Run am Strand von Daytona Beach, Florida begann und in Tacoma im Bundesstaat Washington sein Ende fand. Die dritte Auflage des Motorcycle Cannonball hielt sich dabei im wesentlichen an das Reglement der Cannonballs aus 2010 und 2012. Damals wurde festgelegt, dass die in drei Klassen nach Hub­­raum aufgeteilten, historischen Motorräder, die Distanz von Küste zu Küste innerhalb von siebzehn Tagen zurücklegen mussten. Doch damit endeten die Gemeinsamkeiten zum diesjährigen Cannonball schon. Waren es 2010 gerade einmal 45 zugelassene Motorräder mit Baujahren vor 1916, starteten 2012 schon 69 Motorräder mit Zulassung vor 1930. Dieses Jahr erlaubte das Reglement Baujahre bis 1936, was die Klassen auch für Motorräder aus den 30er Jahren öffnete. Das ermöglichte es auch Besitzern erschwinglicher historischer Bikes, wie zum Beispiel den Knuckleheads von Harley-Davidson, am Cannonball teilzunehmen.

Gleichzeitig bedeutete es aber auch einen Anstieg der täglich zurückgelegten Meilen bei einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit, was letztlich zur insgesamt längeren Route als in den Jahren zuvor führte. Zum ersten Mal überhaupt startete ein Cannonball direkt am Strand, mit von Wellen umspülten Motorrädern, die sich im Sand zum Erinnerungsfoto vorm Start aufgestellt hatten. Der historische Strand von Daytona Beach war für die 98 teilnehmenden Motorräder mit ihren 105 Fahrern die perfekte Umgebung. Nachdem die Startflagge gefallen war, versuchten die Teams so schnell wie möglich wieder fes­ten Boden unter die Räder zu bekommen, um sich für die nächsten Tage mit der Minimal-Navigation der Roadbooks auseinan­derzusetzen. Denn die Anweisungen zur Fahrtroute für die bevorstehenden 6000 Kilometer fielen äußerst knapp aus: „Biegen Sie nach rechts aus der Gasse ab“ oder „biegen Sie nach der Ampel rechts ab, nach den nächsten acht Ampeln dann links und fahren Sie 60 Kilometer geradeaus bevor Sie wieder links abbiegen“.

Es gab für die Fahrer zur Orientierung keine Straßennamen und keine Ortsbezeichnungen, nur rechts oder links. Tagein, tagaus. Das tes­tet Ausdauer und Konzentration. Irgendwann wurde es zur Gewohnheit, während wir der Route folgend von Florida nach Georgia rollten, weiter über Tennessee nach Kentucky, vorbei an Farmen und Scheunen, Baumwollfeldern mit ihren sprießenden Hülsen und Tabaktrocknereien. Dabei überquerten wir auch die beiden Flüsse Cumberland und Tennessee. Über den Ohio River gelangten wir nach Illinois, ließen den Mississippi hinter uns und erreichten wenige Stunden später Cape Girar­-deau in Missouri. Auf unserem weiteren Weg nach Westen durchquerten wir Missouri, die Großen Ebenen und Kansas und begannen in Colorado unseren Aufstieg in die Rocky Mountains. Der Loveland Pass mit 3655 Metern über dem Meeresspiegel war der höchste Punkt, den wir mit den betagten Maschinen unter die Räder nehmen mussten.  Unser Glück, dass die hochliegenden Pässe der Rockys zu diesem Zeitpunkt schneefrei waren, denn nur eine Woche vorher sah das noch ganz anders aus und hätte den Cannonball vorzeitig beendet. Auf der anderen Seite der Rocky Mountains erreichten wir mit dem Colorado River den wunderschönen Wilden Westen. Dieser wilde, ungezähmte Fluss fasziniert durch seine bizarren Felsformationen, speziell im Glenwood Canyon und im Osten von Utah. Weiter ging es durch die Salzlandschaften von Utah, die historischen Bonneville Salt Flats. Von dort aus führte uns die Route durch mondähnliche Landschaften nach Nevada und weiter nördlich nach Idaho. Je weiter wir unserem Ziel kamen, umso grüner wurde die Umgebung, verschwanden Salz und Wüste. Am Ende hatten wir 12 Bundesstaaten hinter uns gelassen, hatten uns den Herausforderungen von Mutter Natur und desolaten Straßen gestellt und Temperaturen von minus drei Grad bis hinzu 35 Grad plus klaglos ertragen. Der größte Temperatursprung betrug dabei 27 Grad, in gerade einmal vier Stunden …
 
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