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Anfang März fand die 72. Auflage des vermeintlich weltgrößten Motorradtreffens in Daytona Beach statt. Das Wetter war fein, dem Polizeichef wurde in den Finger gebissen und Indian hat nach mehr als 70 Jahren wieder einen komplett neu konstruierten V2-Motor vorgestellt.
Mainstreet

Der Typ sprang mitten in der Main Street von hinten auf den Rücken des obersten Daytona-Bullen, beschimpfte ihn und schnappte zu, als Chief Mike Chitwood ihn gerade wieder abschütteln wollte. Knapp eine Minute später lag der Beißer mit blutiger Fresse auf dem Boden während der Oberbulle offene Bisswunden an der Hand und einen gebrochenen Finger davontrug. Das war’s aber auch schon an aktenkundigen Gewalttaten während der diesjährigen Mutter aller Bike Weeks, die angeblich wieder an die 500.000 Motorrad-Freaks nach Florida gelockt hat – behaupten zumindest die Stadtväter unverdrossen. Allerdings kommen wir schon zu lange dorthin, um die seit Ewigkeiten kolportierte halbe Million einfallender Biker noch zu glauben. „Ich bin schon seit Mitte der 80er Jahre regelmäßig auf der Bike Week und habe in diesem Jahr in der Main Street immer einen Parkplatz für meine Mühle bekommen – das gab’s noch nie“ bestätigt uns Uwe aus Weinheim. Und Uwe fährt keine schlanke Sportster, sondern eine stämmige Boss Hoss.
Es ist letztlich auch egal, denn belegen lassen sich die Zahlen ohnehin nicht. Zumal sich diese Mammut-Veranstaltung ja nicht nur auf den Stadtkern Daytonas beschränkt, sondern mit Biker-Events von Edgewater im Süden bis nach St. Augustine im Norden und über Deltona bis Orlando im Westen über eine Fläche von gut 100 Quadratkilometern zieht. Und so vergleichsweise ruhig es auch Anfang der Woche gewesen sein mag – an den beiden Wochenenden erbebte die Stadt vollends im V2-Stakato, untermalt von heiserem Vierzylinderkreischen und vereinzelten Zwischentönen von Eintöpfen, Triples, V8-Gewummer und Zweitakt-Gesäge.
Sehr deutlich belegbar ist indes der Rückzug der Star-Customizer und Aussteller sowie der schleichende Niedergang der „world famous“-Bikeshows von Daytona Beach. Unzählige Flächen, an denen einst die großen Namen der internationalen Schrauberzunft ihre neuesten Kreationen zeigten, blieben unbesetzt. Auf den legendären Premieren-Shows wie Boardwalk oder Rat’s Hole war die Anzahl der ausgestellten Maschinen nicht mal ansatzweise dreistellig. Auf dem Boardwalk gewann ein völlig geschmacksbefreites Pharao-Bike, das schon seit vielen Jahren auf alle möglichen Events in Daytona getrailert wird. Wer die DREAM-MACHINES sammelt, kann sich das Bike anschauen, denn in der Ausgabe 1/2010 haben wir es im Rahmen unserer Story „Kuriositäten“ bereits porträtiert (siehe S. 82 ff). Das sagt schon einiges über die Qualität der Juroren und mehr noch über die der 2013er Exponate … vereinzelte Perlen der Schrauberkultur und Motorradleidenschaft mal ausgenommen …

 

Der Typ fährt ganz legal Motorrad. Aber wehe, er hätte keine Brille auf der Nase, dann wären die Cops sofort zur Stelle Doch die Biker da drüben schert das grundsätzlich alles nicht wirklich, sie haben während der Bike Week einfach nur „a great time“ und freuen sich des Lebens. Was war gestern, was wird morgen – who cares? So ist’s recht. Und doch sind wir ernsthaft betrübt, dass auch unsere Lieblings-Location in diesem Jahr nur noch eine Spielwiese für Eichhörnchen war: Der Limpnickie Lot, ein drei Meilen südlich des Zentrums gelegener Skater-Park, in dem sich die dauerbekifften Nachwuchsschrauber mit ihren rotzig zusammengedengelten Zweiventil-BMWs, Pre-Hinckley-Triumphs, Eisenkopf-Sportstern und luftgekühlten Reihenvierern trafen, ist Geschichte. Einige der Jungs zeigen sich jetzt nördlich der Stadt, in den Sümpfen bei den Hot Spots rund um den Iron Horse Saloon. Mehr echten Rock’n’Roll bietet jedoch der Broken Spoke Saloon, die besseren weiblichen Bedienungen auch. Und natürlich war auch zur traditionellen Old School-Show bei Willie’s Tropical Tattoo wieder viel schräges Volk mit herrlich abgefuckten Mopeds herbeigeballert.Momentan der typische Bagger-Stil: 30-Zöller vorne, Spoiler und schnittige Frontverkleidung
Apropos schräges Volk: Wir berichteten schon im vergangenen Jahr über den befremdlichen Trend zum Dreirad. Leider müssen wir vermelden, dass es nochmals schlimmer geworden ist – die Veranstaltung wird in Zukunft womöglich in Daytona Trike Week umbenannt. Ob Hajabusas, BMW-Sechszylinder, Boss Hoss oder Gold Wing – alles, was richtig satt Power hat, bekommt mittlerweile drei Räder verpasst, gerne auch mit aufgeschnalltem Falt-Rollator. Selbst vor der schnuckeligen Forty Eight wird nicht zurückgeschreckt. Aber lassen wir das Lästern, vielleicht denken wir anders darüber, wenn Rheuma, Gicht und der Tatterich uns eines Tages auch zu speckigen Trikern gemacht hat?
Weitere News von der Trendsetter-Front sind die scheinbar unaufhörlich wachsenden Vorderräder der Bagger, bei denen alles unter 30 Zoll mittlerweile als moderat bezeichnet werden muss. Und dann müssen es neuerdings unbedingt LED-Lampen statt normaler H4-Funzeln sein. Ach ja …

Doch bevor nun ein trübes Bild entsteht: Natürlich ist auch diese Bike Week wieder ein Fest für alle Sinne gewesen. Die Mischung aus Sonne, Meer und Motorrädern ist und bleibt weltweit einmalig. Nirgendwo ist die Dichte an selbstfahrenden Frauen aller Altersklassen und Hautfarben höher, nirgends gibt es ein tropischeres Schaulaufen der Eitelkeiten auf zwei und mehr Rädern. Und es lässt sich wohl kaum irgendwo so ungemein lazy das Biker-Dasein feiern wie in Daytona. Es sei denn, man ist Polizeichef.
 



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