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Mal ehrlich: Wie viele Frauen schrauben an ihrer Custom-Harley selbst? Bei Tanja ist das anders. Die bog und dengelte sogar ihre Schutzbleche
Tanja erzählt: „Was es Harleymäßig unbedingt sein sollte, war ein  Shovelhead-Motor im Starrrahmen. Was ich dann aber schließlich 2004 bei eBay ersteigert habe, war eine richtige Scheußlichkeit, von der ich aber genau wusste, welches Potential sie hatte. Das Bike war beim Kauf lila Metalflake (mit extra großem Harley-Davidson-Schriftzug, damit es auch jeder Unwissende kapierte), hatte einen halbhohen Lenker, eine Sissybar, eine furchtbare Auspuffanlage und eine dicke gepolsterte Doppelsitzbank. Das alles musste weg! Zu Hause angekommen haben wir sie direkt ins Wohnzimmer geschoben und neun Monate beim Fernsehen geschraubt. Das Zerlegen der Maschine war einfach für mich. Allerdings meinte Volker, mein Ehegespons, ich solle die Schrauben fein säuberlich und nach „Thema sortiert“ in Tüten verpacken und beschriften.

Der ultrabreite Lenker macht jede Richtungsänderung zum Kinderspiel

Grundsätzlich war das Bike beim Kauf fahrbereit, aber offenbar von Vorbesitzern schlecht behandelt worden. Die Zylinder hatten ein paar angeschlagene Rippen, die ich in akribischer Feinstarbeit mit dem Dremel bearbeitet habe. Das Viergang-Ratchet-Top-Getriebe benötigte ein neues Gehäuse, eine neue Hauptwelle, ein verstärktes Hauptwellenlager und eine bessere Hauptwellenabdichtung. Danach war es endlich dicht. Das hat Volker für mich gemacht. Ich glaube, damals muss ich wohl entschieden haben, ihn zu heiraten. Auch die Getriebegrundplatte war gebrochen und musste ersetzt werden. Anstatt der Fußrasten wurde eine Schaltanlage mit Trittbrettern verbaut, das kommt meinen kurzen Beinen entgegen. Die Sitzbank wurde durch einen gefederten Einzelsitz ersetzt.



Die beiden Fender, die beim Kauf dran waren, kamen in keiner Weise in Betracht. Also habe ich Universal-Stahlfender in die von mir gewünschte Form gebracht; das war das erste Mal, dass ich mich mit Metallarbeiten befasst habe. Volker hat für mich die Halter an den hinteren Fender geschweißt und gemeinsam haben wir das Biegegerät bedient. Ich wollte unbedingt ein Sparto-Rücklicht. Das sollte direkt mit dem Fender verschmelzen. Also musste ich das auch genau anpassen, verschrauben und mit Metallpaste verputzen.

Nach mehreren Metamorphosen ist die Besitzerin nun mit dem Bike zufrieden

Die Lackierung war mein größtes persönliches Anliegen. Also wollte ich sie unbedingt selbst machen. Klar war, es sollte ein dunkler, roter Basislack sein. Unter dem Druck, etwas Besonderes zu gestalten, brushte ich in schwarz mit weißen Akzenten verschieden Gargoyles auf die Tankhälften, die mit Seifenblasen spielten, in denen kleine nackte Elfen waren. Ein Meisterwerk – aber viel zu 90er und zwanghaft. Also habe ich das wieder runtergeschliffen und mich für eine schlicht aussehende, aber sehr aufwendige Zeichnung von Rissen entschieden, die ich abschließend, in Rissbereiche gestuft, schwarz abschattiert habe. Mit einer doppelten Klarlackierung habe ich das Werk besiegelt. Danach habe ich für die Tankhälften und die den Öltank aus schwarzem Leder Abdeckungen genäht. Volker hat mir den Kabelbaum verlegt und mir gezeigt, wie ich die Kabel aneinanderschnackele. Dann zwang er mich, die Elektrik an den Zündspulen zu vollenden. Zum ersten Mal angetreten wurde die Karre natürlich im Wohnzimmer. Meine Empfehlung: Unbedingt vor (!) dem Anpassen des Hinterradfenders Luft in den Reifen machen.



Den Lenker wollte ich auch noch ein bisschen klassischer haben. Ich habe ihn gegen einen Speedster-Lenker ausgetauscht. Und weil ich mich schon immer für die dicken Tankhälften begeistern konnte, wechselte ich irgendwann auf die breiten Fässer. Und da ich immer noch von meiner Lackierung überzeugt war, tat ich mir diese Arbeit ein zweites Mal an. 2012 wollte Volker unbedingt den Motor überholen, obwohl es gar nicht notwendig war. Er erneuerte die Kolben, die Zylinder, die Zylinderköpfe, die Kipphebel und die Rockerboxen. Außerdem hat er die Bremse gegen eine Vierkolbenanlage ersetzt – die Alternative war eine Lebensversicherung zu seinen Gunsten. Ich entschied mich für die Bremsen. Den Primärkasten haben wir schließlich doch noch abgedeckt – mit einem originalen Gehäuse Diamont 1955-1964 – das war viel Spachtelarbeit. Bis heute habe ich ausschließlich einen Kickstarter, weil sie noch immer gerne möchte, dass ich mich um sie bemühe.
Motor: Shovelhead 1975, 1340 ccm
Rahmen: Starrrahmen aus 1951
Getriebe: Viergang Ratchet Top
Antrieb: Primärtrieb Belt 1½ Zoll
Sekundärtrieb: Rollenkette
Bremse vo.: 4-Kolben Scheibenbremse
Bremse hi.: Trommelbremse
Zündung: Just Kicker, Doppelzündung
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