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Erik Asp aus Stockholm ist nicht so sehr der typische Biker. Vielmehr interessiert er sich brennend für das Thema Militärgeschichte. Als er herausfand, dass Harley-Davidson während des Zweiten Weltkriegs in Gestalt des Modells „XA“ eine exakte Kopie der BMW R71 gebaut hat, musste er solch ein Fahrzeug unbedingt haben
Aber woher nehmen? Deshalb entschloss er sich kurzerhand, sich seine eigene „XA“ zu bauen, auf Basis einer 1954er Ural M72, die ebenso wie die amerikanische „XA“ eine Eins-zu-eins-Kopie der BMW ist. Wir sind eher zufällig über dieses einzigartige Motorrad gestolpert, das im Internet zum Verkauf angeboten wurde. Natürlich haben wir sofort den Anbieter kontaktiert und um ein Fotoshooting gebeten. Die Anzeige selbst hatte uns zunächst ein Schmunzeln abgerungen: „BITTE BEACHTEN – Es handelt sich NICHT um eine echte XA!“ Das hatten wir uns angesichts des aufgerufenen Preises schon gedacht, denn unter 50.000 Euro würde bei einer der extrem seltenen echten XA nichts gehen. Besitzer Erik, 60 Jahre jung, entpuppte sich als interessanter Gesprächspartner. Er erzählte, dass er schon um die vierzig Willys-Jeeps besessen und auch schon verschiedene gepanzerte Fahrzeuge restauriert hat. Außerdem sei er einer von denen, die schon oft mit ihren Willys-Jeeps die Anlandungsplätze des „D-Day“ an den Stränden der Normandie besucht hätten. Als wir nachhakten, warum das Bike überhaupt zum Verkauf stünde, antwortete der Erbauer: „Aaah, ich hatte eine Weile Probleme mit der Getriebefunktion, und dann war da auch noch ein Treibstoffleck. Ich war ein bisschen angepisst und habe eine Verkaufsanzeige ins Web gestellt. Aber dann habe ich mich besonnen und das Getriebe auseinandergenommen. Es machte Spaß, daran zu arbeiten, schließlich wurde es ursprünglich von deutschen Ingenieuren entworfen. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das Bike überhaupt noch verkaufen will.“

Das Original hatte statt der Baumwolltaschen solche aus Leder

Der Stockholmer erinnert sich noch immer an das erste Mal, als er eine Harley XA sah: „Das war auf der jährlichen War-and-Peace-Show südlich von London, wo Tausende von Menschen wie ich zusammenkommen. Eine Boxermotor-Harley zoomte vorbei und ich kapierte nicht, was zum Teufel das war. Ich wusste von den WLAs, aber was zur Hölle war das?“ Wieder zu Hause, verbrachte Erik viel Zeit mit Google und Wikipedia, um sich schlau zu machen. Die Story über Harley-Davidsons Versuch, die überlegenen BMWs der Wehrmacht zu kopieren, fing an, ihn zu faszinieren. Spontan entschloss er sich, seine eigene „XA“-Replika zu bauen. Das Projekt kam in Schwung, nachdem er eine 1954er Ural M 72 mit Seitenwagen gekauft hatte. Die strippte er komplett und übernahm nur den Motor, den Rahmen und die Räder. Nach und nach besorgte er sich eine Menge originaler Harley-Anbauteile. Ein Problem war, dass die Lenkgeometrie der Ural voll auf den Betrieb mit Seitenwagen ausgerichtet war; die Gabel stand viel zu steil. Also sägte Erik den Steuerkopf kurzerhand ab und schweißte einen neuen Steuerkopf, der etwas mehr Rake hatte, an. Eine zeitgenössisch passende Springerreplika durfte natürlich auch nicht fehlen.

Die Konstruktionspläne und Produktionsmaschinen der Bayrischen Motorenwerke gingen nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung in die Sowjetunion

Die in Holland hergestellte Gabel war das teuerste Teil des gesamten Projekts. Als er es kaufte, wusste er nicht, dass es einen Unterschied zwischen den Gabeln der WLA und der XA gibt, denn die der XA ist um fünf Zentimeter länger. „Im Nachhinein hätte ich vielleicht besser eine XA-Replikagabel kaufen sollen, aber das ist nur ein kleines Detail. Ich denke, das Motorrad sieht gut aus, so wie es ist“. Der Schwede benutzte für seine XA-Version die Tankhälften einer Fat Bob, denn im Gegensatz zur WLA, bei der eine Tankhälfte den Öltank darstellte, trug die XA in beiden Tankhälften Treibstoff. Die weißen Sterne für den Tank fand er in einem Bikerstore in Holland, die sehr speziell geformte Blechplatte zwischen Dashboard und Sitz stellte ein deutscher XA-Enthusiast für teuer Geld her. „Ich bin online in einer XA-Community integriert, aber ich spiele halt nicht in der gleichen Liga wie diese Jungs. Die haben echte XAs, meine ist nur eine Replika. Von denen weiß ich, dass es heute weltweit nur noch 46 überlebende Exemplare der XA gibt, die meisten davon stehen in Museen. Echt oder nicht, Erik war ziemlich pingelig bei der Auswahl der Anbauteile. So sind etwa die Satteltaschen originale Kampftaschen von Fallschirmspringern der US-Army aus dem Zweiten Weltkrieg. Die hinteren Verdunkelungslichter sind Standardleuchten, die für viele verschiedene Militärfahrzeuge mit zwei oder vier Rädern und sogar für Halbkettenfahrzeuge verwendet wurden. Vorn auf dem Kotflügel befindet sich ein sogenanntes Konvoi-Licht, das dem Fahrer bloß eine vage Idee über die Entfernung zum nächsten Fahrzeug vor ihm gibt. Das Thompson-Gewehr im Holster ist übrigens eine funktionsuntüchtige Nachbildung.

Die Verdunkelungsrückleuchten fand der Erbauer in Holland

„Und was ist dein nächstes Projekt?“, haben wir den findigen Militärfan gefragt. „Keine weiteren Projekte mehr. Meine nächsten Pläne sind, dieses Gerät wirklich zu fahren. Ich denke, es steht derzeit nicht mehr zum Verkauf. Der nächste 6. Juni ist der 75. Jahrestag vom D-Day. Es wäre sicher aufregend, meine XA-Replika in der Normandie und am Omaha Beach zu bewegen …
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