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Dieses taffe Gespann wurde von unseren Lesern auf Platz 1 des diesjährigen Custombike-Wettbewerbs gewählt. Besitzer und Umbauer Christian Schnell erzählt uns hier die Genesis des ganzen Projekts
„Die Solo-Maschine meines Gespanns wurde 1992 vom Vorbesitzer in einem kleinen Shop in Los Angeles gekauft und nach Deutschland exportiert. Kurz bevor dieser 2006 in die USA auswanderte, habe ich das Bike von ihm gekauft. Zu dem Zeitpunkt war sie im Stil des „Captain America“-Bikes gestaltet. Meine Vorstellung einer Panhead war aber eine andere. Ich habe das Motorrad bereits einen Tag nach dem Kauf komplett zerlegt. Fishtail- Auspuff, Sissybar, Satteltaschen, Apehanger und Fünf-Gallonen-Tank fanden auf dem Flohmarkt neue Besitzer.


Meine Traum-Panhead sollte zwar am Original angelehnt sein, aber keine  Restauration werden. Der Begriff „Bobber“ ist zwar inzwischen schon ziemlich abgedroschen, trifft es aber immer noch am besten. Der Rahmen wurde pulverbeschichtet und eine Springergabel montiert. Da originale Springergabeln rar, teuer und meistens in sehr schlechtem Zustand sind, habe ich auf eine Replik von W&W in einer zwei Zoll längeren Ausführung zurückgegriffen. Durch die etwas längere Gabel wirkt das Bike jetzt gestreckter; ein zusätzlicher schöner Nebeneffekt ist, dass die Unterzüge nun schön parallel zur Straße verlaufen. Die hintere 5,5 x 15 Zoll-Felge mit dem 170er Reifen war beim Ankauf schon am Fahrzeug verbaut. Vorne wollte ich ursprünglich eine dicke Pelle montieren, habe mich aber dann für das feinere Frontend mit der 2 x 21 Zoll-Speichenfelge und den Klassikerreifen schlechthin, den Avon Speedmaster, entschieden.

Beeindruckend: Privataufbau mit viel Eigenleistung

Der Motor wurde bereits 1992 auf bleifreien Sprit umgerüstet. Solange er weiterhin problemlos seinen Dienst verrichtet, bleibt er auch unberührt. Das gleiche gilt für das Vierganggetriebe. Der ursprüngliche Original-Vergaser jedoch hatte seine beste Zeit hinter sich, eine vernünftige Gemischeinstellung war nahezu unmöglich. Da ich aber ein zuverlässiges Bike wollte, montierte ich einen S&S Super E-Vergaser und in dem Zuge auch gleich einen kontaktlosen Zündverteiler von Mallory. Für ein langes Motorenleben soll ein zusätzlich montierter Ölfilter sorgen. Nach meiner Vorstellung sollte, wenn irgendwie möglich, alles selbst gefertigt, nicht nachgebaut oder kopiert, und auf keinen Fall optisch neu wirken oder Highendmäßig sein. Deshalb boten sich Materialien wie Stahl, Messing und Kupfer an. Diese Werkstoffe entwickeln über die Jahre eine Patina, die mir persönlich sehr gut gefällt und irgendwie an alte Dampf- oder Werkzeugmaschinen erinnert und auch gut zu dem Baujahr passen. Chrom dagegen ist sehr steril, daher wollte ich möglichst wenig davon an meinem Bike.



So entstanden nach und nach Luftfilter mit Ansaugtrichter, Fußrastenanlage, Chokehebel, Öleinfüllstutzen, Lenker und Griffe, Sissybar, seitlicher Kennzeichenhalter, Seitenständer, Lampenhalter, Tankcover und vieles mehr in vielen Stunden an der Fräse, Bohrmaschine und Drehbank. Außerdem wurde geschweißt, gelötet, gedengelt und genietet, was das Zeug hielt. Möglich war dies nur durch das großzügige Angebot meines Freundes und Arbeitgebers Günter Beil, der mir die Nutzung des Maschinenparks zu jeder Tag- und Nachtzeit freistellte. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an ihn. Natürlich stammen auch einige Teile vom Aftermarket. So zum Beispiel der Solositz und das Heckschutzblech mit Finne, das ich mir von V-Twin aus den USA besorgt habe. Zwecks besserer Verzögerung habe ich vorne eine Duplex-Trommelbremse montiert. Nach etwa zwei Jahren ständigen Änderns und Verbesserns war der Umbau der Solo-Maschine dann erst einmal abgeschlossen. Dachte ich! Dann ging alles recht schnell. Bei einer Ausfahrt mit meiner Freundin ins Altmühltal sahen wir am Straßenrand ein Gespann stehen, in dessen Boot ein Schäferhund saß. Unseren eigenen Vierbeiner mussten wir zu Hause zurücklassen; sofort kam deshalb die knappe Ansage der Sozia: „Bau doch mal soooo was!“

Das ungarische Duna-Boot aus Aluminium sitzt auf einem selbst entworfenen Fahrwerk

Ich stellte erste Überlegungen an. Wenn schon Gespann, dann musste das Teil richtig endgeil werden. Im Hot Rod-Stil, mit freilaufendem Rad, tief geduckt und gefährlich, das war meine Vorstellung. Auf der Suche nach einem Boot stieß ich auf einen Hersteller aus Ungarn namens Duna. Dieses Boot wurde in den Fünfzigern im Stile einer Flugzeugdüse gebaut,  die damals wahrscheinlich etwas Modernes, Futuristisches verkörperte. Verbaut wurden die Boote damals an kleinen Motorrädern der Marke Pannonia. Dementsprechend unterdimensioniert war das dazugehörige Fahrwerk. Ich entschloss mich deshalb, ein eigenes Bootsfahrwerk zu bauen. Da man beim Bau eines Fahrwerks auf viele Besonderheiten achten muss, besorgte ich mir als erstes das Buch „Motorradgespanne im Eigenbau“. Dann wurde getüftelt und verworfen, gebogen, geschweißt und ausgesteift, bis zwei Monate später rund 18 Meter eineinhalb-zölliges Rohr St52 verarbeitet waren.  
Die Vierpunkt-Anbindung mit  zwei Kugelpfannen und zwei Gabelgelenken habe ich ebenfalls selbst hergestellt. Wichtig war mir, dass die Anlenkungen sauber am Wishbone-Rahmen angepasst sind und beschädigungsfrei montiert und demontiert werden können. Die Montage des Bootes dauert dank der Schnellverschlüsse gerade mal zwanzig Minuten. Irreversible Modifikationen an dem originalen H-D-Rahmen wollte ich auf keinen Fall. Eine gebogene Einarmschwinge wurde erst mit Schablonen als Modell und dann aus Flachstahl hergestellt. Gefedert wird das Ganze über ein verstellbares Monofederbein im Heck des Bootes. Über zwei massive Stehlager aus Grauguss können alle Fahrwerkseinstellungen wie Vorlauf, Spur, Sturz und Bodenfreiheit vorgenommen werden.

Stahl, Kupfer und Messing entwickeln mit der Zeit eine Patina; das passt gut zum Bike

Die Bodenfreiheit des Bootes beträgt vorne 60 Millimeter, hinten 80 Millimeter. Nachdem ich die Vorspur eingestellt hatte, lief das Gespann von Anbeginn an tadellos geradeaus und auch die Lenkkräfte sind geringer als vermutet. Da das Beiwagenrad ungebremst ist, empfiehlt es sich, mit Weitblick zu fahren, denn der Bremsweg ist doch deutlich länger als solo. Ich freue mich riesig über den Zuspruch der Leserschaft von DREAM-MACHINES – herzlichen Dank dafür. Ich kann nur alle Hobbyschrauber ermuntern, bei dem Custombike-Wettbewerb mitzumachen, denn wie man sieht: „Nichts ist unmöglich!“
Basis: Harley-Davidson EL, Baujahr 1947

Motor
Typ: Panhead, modifiziert
Hubraum: 1208 ccm
Leistung: 35 kW bei 5200 U/min
Luftfilter: Eigenbau mit Sichtfenster
Vergaser: S&S Super E
Zündung: Mallory E-Spark
Auspuff: Shotgun, Edelstahl

Getriebe
Typ: Rachet Top, 4-Gang
Kupplung: Fußkupplung, Handschaltung

Fahrwerk
Rahmen: Wishbone
Gabel: Springer, 2” over
Rad vorn: 2 x 21” mit 3.00 x 21 Avon Speedmaster
Rad hinten: 5,5 x 15” mit 170/80-15 Dunlop 402
Rad Beiwagen: 2 x 19” mit 3.00 x 19 Avon Speedmaster
Bremse vorn: Duplex Trommelbremse
Bremse hinten: Trommelbremse
Seitenwagen: Eigenbaufahrwerk, Vorlauf, Spur, Sturz und Fahrwerkshöhe voll einstellbar
Radführung: Einarmschwinge
Federung: Vierfach verstellbares Monofederbein im Heck

Accessories
Tank: original
Tankcover: Eigenbau
Lenker und Griffe: Eigenbau, innenliegender Gaszug
Sitz: V-Twin
Heckfender: V-Twin
Öleinfüllstutzen: Eigenbau
Kennzeichenhalter: Eigenbau
Sissybar: Eigenbau
Beiwagen: 50er Jahre, Hersteller Duna, Ungarn
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