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Die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sind zwar als die „Goldenen“ berühmt geworden, an ihrem Ende traten aber auch unerfreulichere Ereignisse ein. Genau aus jener Zeit stammt dieses Motorrad.
Durch den Börsencrash im Oktober 1929 wurde die Große Depression in Amerika eingeläutet. In deren Folge mussten viele Firmen schließen. Auch zahlreiche Mitbewerber von Harley-Davidson verschwanden vom Markt. Die Company selbst überlebte mit Schrumpfungen und reduzierter Produktion diese harten Zeiten.

Absolute Rarität: Von der „JDH“ wurden in zwei Modelljahren gerade mal knapp 100 Exemplare gebaut

So wurde auch die Fertigung der J-Modelle eingestellt. Daher ist die JDH, die erst im Jahr 1928 vorgestellt worden war und somit nur zwei Produktionsjahre schaffte, sehr selten. Das liegt vor allem daran, dass 1929 von Harley-Davidson zwar rund 24.000 Fahrzeuge gebaut wurden, von denen etwas über 10.000 als 74-cui-JD vom Band liefen, aber nur rund 100 als JDH gefertigt wurden.
Begonnen hatte die Geschichte der J-Serie 1915. Damals erschien das erste Modell mit 61-cui F-Head-V-Motor, Dreiganggetriebe und elektrischer Beleuchtung. Mit einem Preis von 310 Dollar war es die bis dahin teuerste Harley. Über die gesamte Laufzeit erschienen zahlreiche Varianten, die technische und qualitative Verbesserungen aufwiesen. Zur Unterscheidung dienten die Bezeichnungen von J, über JA, JB, JF, JE, JDA, JDS, JDCA, JDSCA, JDCB, JS, JD bis zum finalen JDH-Modell …

Perfekt restauriert erzielt ein Bike wie dieses locker 75.000 Dollar

Schon damals verwirrte Harley-Davidson seine Kunden mit zahlreichen Buchstabenkürzeln. Die Versionen mit dem Buchstaben S im Namen waren mit verschiedenen Seitenwagen erhältlich. Auch andere Wünsche konnte der Kunde äußern. So standen als Zubehör Tachometer, Gepäckträger, ein Doppelsitz, Seitenständer, unterschiedliche Reifen oder Farben in der Preisliste. Mit einem aus dem Rennsport adaptierten Motor, der über zwei Nockenwellen verfügt und 29 PS leistete, galt die JDH als schnellstes Straßenbike ihrer Zeit. Allerdings kostete sie mit 370 Dollar rund 50 Dollar mehr als die Normalversion, was zu diesen Zeiten noch viel Geld war. Heutzutage erzielen perfekt restaurierte Fahrzeuge Preise von bis zu 75.000 Dollar.

Der Motor mit zwei Nockenwellen stammte aus der Rennabteilung

Nur selten wechselt eines der raren Bikes den Besitzer. Sobald in Sammlerkreisen Gerüchte über eine zum Verkauf stehende JDH die Runde machen, werden diese verfolgt. Manchmal geht es aber auch anders. Der Kanadier Don Hart wollte eigentlich ein JD-Modell erwerben und fand dann die gerade von Stephen Thielicke fertig restaurierte JDH. Don kaufte sein erstes Bike mit 16. Es war eine Harley-Davidson 125 Rapido. Seit knapp zehn Jahren sammelt der Bauunternehmer alte Motorräder und fährt diese auch. Es wäre ja auch schade, wenn so ein seltenes Fahrzeug nur noch als Staubfänger dient.
 
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