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Der gebürtige Japaner Keino war bis vor kurzem die treibende Kraft bei Indian Larry Legacy. Nun hat er seinen eigenen Shop gegründet, um endlich seinen unverwechselbaren Custom-Stil ausleben zu können
Keinosuke Sasaki, so sein bürgerlicher Name, ist geboren und aufgewachsen in Fukuoka, Japan. Sein Vater fuhr Motorrad und so hatte Klein-Keino von Babybeinen an mit Zweirädern zu tun. Mit elf bekam er sein erstes Dirt Bike, mit sechzehn konnte er den ersten Motorradführerschein machen. Zusammen mit seinem Vater richtete er sich damals einen völlig heruntergekommenen Roller wieder her und hat bis heute das unbändig stolze Gefühl nicht vergessen, als der Scooter-Motor wieder seine ersten Lebensäußerungen in die Welt zweitaktete. „Ab da wusste ich, was das Richtige für mich war. Ich wollte auch zukünftig Motorräder erschaffen. Schwierigkeiten, Rückschläge, aufgeschürfte Knochen … all das vergisst man, wenn ein neu erdachtes Bike fertig vor einem steht“, so der Japaner.

Warum baust Du Zwitter? „Weil ich es kann!“

Zunächst siegte allerdings die bürgerlich geprägte Vernunft in ihm. Er ging aufs College, um Lehramt zu studieren. Doch es half nichts, er hatte nur Motorräder im Kopf. Er jobbte in Restaurants, schraubte als Aushilfe in Motorradläden, stand sogar eine Weile am Fließband bei Mitsubishi, nur um gnug Geld zusammen zu sparen, um in die USA übersiedeln zu können. 1998 war es soweit. Keino enterte die Vereinigten Staaten. Zwei Jahre besuchte er das „Motorcycle Mechanic Institute“ in Phoenix/Arizona, dann übersiedelte er nach Brooklyn/New York. Er kannte dort keinen Menschen, aber irgend ein Gefühl sagte ihm, dass das der richtige Platz für ihn sei. Auf der Suche nach Arbeit klopfte er in Soho bei American Dream Machine an. Dort lernte er Indian Larry und später auch Paul Cox kennen. Indian Larry war der Chefschrauber der Firma, die sich 2001 in Gasoline Alley umbenannte und von Soho nach Brooklyn umzog. Im Januar 2004 übernahm Indian Larry den Laden und firmierte fortan unter Indian Larry Enterprise. Zu diesem Zeitpunkt war Keino schon jahrelang seine rechte Hand und lernte unablässig von seinem extrovertierten Mentor. Dann kam der Schock. Im August 2004 verunglückt Indian Larry mit einem Bike und verstirbt an seinen schweren Kopfverletzungen. Keino, Paul Cox und Bob und Elisa Seeger gründen die Firma Indian Larry Legacy, um die Ideen und den Geist des so plötzlich verstorbenen Protagonisten am Leben zu erhalten. Doch Anfang 2008 ist es soweit. Keino muss seinen eigenen Weg gehen. Er verlässt die „Legacy“ in Freundschaft, bleibt aber Brooklyn treu und gründet dort „Keino Cycles“.



Das hier gezeigte Bike heißt „Real McCoy“, was im englischen Sprachraum soviel bedeutet wie „das einzig Echte, Wahre“.  Es zeigt exemplarisch, wie der Japaner Custombike-mäßig tickt: Der Grundstil ist Old School, aber es müssen extravagante technische Lösungen verbaut sein. Eine davon ist die von Keino selbst gebaute „Inline“-Springergabel. Warum „Inline“? Nun, die sichtbaren Springs (Schraubenfedern), von denen diese Art Gabeln ja ihren Namen haben, sitzen bei Keinos Variante nicht nebeneinander, sondern hintereinander, quasi in Reihe – inline. Zweifellos das markanteste Bauteil an dieser Maschine ist aber der völlig abgedrehte V2-Zwitter. Untenherum ein Twin Cam, ragt überm Kurbelgehäuse vorne ein Panhead- und hinten ein Knucklehead-Zylinderkopf in Richtung des kunstvoll gedengelten Tanks. Auf die Frage, was das zu bedeuten hat, und warum er so was tut, antwortet der Japaner verschmitzt: „Weil ich in der Lage dazu bin. Ich kann es, also tue ich es.“ Schon zu Indian Larrys Zeiten baute das Team solche Motoren, der Anstoß dazu aber kam damals schon von Keino.

„The real McCoy“ heißt im Englischen etwa „das einzig Wahre“

Der hochglanzvernickelte Rahmen stammt noch aus seiner Zeit bei der „I. L. Legacy“, alles andere bis auf die Räder von PM entstand schon bei Keino Cycles. „Master Manipulator of Motor and Metal“ nennt sich der Japaner selbst. Darin wollen wir ihm nicht widersprechen.
Erbauer: Keino Cyles, Brooklyn/USA

Motor
Typ: Pan-Knuckle-Twin Cam, 88 cui, 1442 ccm, Bj. 2007
Zylinder: Apex CNC
Kolben: Ross
Köpfe: Pan: STD, Knuckle: Sundance
Nocken: Andrews, modif. Keino
Vergaser: S&S Super B
Zündung: Magneto
Auspuff: Keino

Getriebe
Typ: Baker 6-in-4, Bj. 07
Primärtrieb: BDL

Fahrwerk
Rahmen: Indian Larry Legacy, rigid, Bj. 2007
Gabel: Keino Inline Springer
Räder: vorn und hinten: PM Typ „Gasser“
Bremsen: nur hinten, PM-Disc mit 4-Kolben-Zange

Accessories
Benzin-/Öltank: Keino
Fender: Keino
Lenker: Keino
Griffarmaturen und Hebel: Keino
Fußrastenanlage: Keino
Sitzbank: Paul Cox

Kontakt
www.keinocycles.com
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