Sternstunde – Weltmeisterbike von Thunderbike mit S&S-Motor

09.05.2008  |  Text: Horst Rösler  |   Bilder: Horst Rösler
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Sternstunde – Weltmeisterbike von Thunderbike mit S&S-Motor
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Thunderbike wurde nach 2006 erneut Europameister der Customizer. Die „Open Mind“ vereinigte die meisten Punkte der Jury auf sich
„Wir hatten da noch so einen Motor auf Lager...“, lächelt Thunderbike Chef Andreas Bergerforth auf die Frage nach dem „Warum“ des Projekts „Open Mind“. „Und dieser Motor sollte für ein ganz besonderes Projekt verwendet werden.“ Besagtes Triebwerk war nämlich ein Teil der Siegprämie des überragenden Erfolgs von 2006, als Thunderbike mit dem Bike „Spectacula“ nicht nur Europa-, sondern auch Vizeweltmeister wurde.

Ebenso wie bei der „Spectacula“ setzen die Jungs von Thunderbike bei ihrem neuesten Wurf auf Pneumatik: Wenn der Seitenständer hochgeklappt wird, erhebt sich das Bike auf eine fahrbare Höhe

„Man kann nicht jedes Jahr so ein Monsterprojekt auf die Räder stellen,“ erklärt Andreas die schöpferische Pause von zwei Jahren – nur zwei Jahren, muß man hinzufügen – denn das Business von Thunderbike boomte in dieser Zeit. Wer schon mal eine Custombike-Idee auf ein Blatt Papier skizziert hat, kann nachvollziehen, welche Mühe es macht, schon auf dem Papier die Proportionen harmonisch aufzuzeichnen: „Das Ganze dann in Metall nachzubauen ist eine völlig andere Geschichte!“, weiß Bergerforth aus langjähriger Erfahrung zu berichten. Die „Open Mind“ ist eine Hommage an den modernen „American Hot Rod“-Stil: niedrige Straßenlage, Lowrideroptik und -technik, Hochglanzlook statt „Rat-Rod“ und mit Absicht gegen die konventionellen Designs und Farbgebungen der Szene lackiert.



Mit dem fabrikneuen S&S Treibsatz – in 2006 war der 124 Cubic Incher von S&S der Headliner der S&S Motorenpalette und hat diese Position bis heute behauptet – schlug schon mal ein kräftiges Herz im hauteng um das Triebwerk angepasste Rahmenwerk. Der V2 wurde von Thunderbike nochmals komplett zerlegt, lackiert, vergoldet und die Schrauben mit Messingkappen abgedeckt. Man gönnt sich ja sonst nichts. Wie bei der „Spectacula“ hebt eine pneumatische Federung die Maschine vom Hauptständer auf  Fahrhöhe, wenn der Ständer wegklappt ist; allerdings auf eine noch viel komplexere Weise wie beim Vorgänger. Was schon Stunden nach dem Sieg im Internet für Diskussionen sorgte, ist für Thunderbike kein Diskussionsthema: Die „Open Mind“ ist ein Bike zum Fahren. Vielleicht nicht für weite Strecken oder auf dem täglichen Weg zum Arbeit – aber spätestens nach der WM-Entscheidung in Sturgis  im August wird man die Maschine auch wieder über die Mainstreet von Sturgis rollen sehen. „Natürlich sind wir für das Video und diverse Fotoshootings schon mit der „Open Mind“ unterwegs gewesen“, erklärt Bergerforth, „das war nach der aufwendigen Bauphase ein krönender Abschluss.“ Tatsächlich wurde der Bau von „Open Mind“ von Studio 1-Profi Gerd Scheidel in allen Einzelheiten dokumentiert.

Das Kettenrad gibt Auskunft über die Herkunft

Die „Open Mind“ ist – sieht man einmal vom S&S Motor und einigen kleinen Accessoires von „Crime Scene Choppers“ ab – ein fast völliger Eigenbau: Angefangen bei den CNC-gefrästen Thunderbike-Rädern mit eingefrästen 3-D Sternen bis hin zum eigens geschnittenen Kettenrad für die Ritzelbremse. Das komplette Bike so tief wie möglich zu legen war das definierte Ziel des Projekts – und die einzigartige Gabel kommt diesem Ziel schon ziemlich nahe. Pneumatisch betätigte Druckkammern in der Gabel fahren auf Knopfdruck jene Zylinder aus, welche rechts und links das Vorderrad führen. Das Ganze funktioniert durch in der Gabelbrücke versteckte Luftkanäle, die von einem im Bodywork versteckten Kompressor mit Druck versorgt werden.



Reichlich Arbeitsstunden fraßen auch die „Kühlerrippen“ der Messingkühler an Tank und Downtubes. „Ausschneiden aus Pappe, anpassen, korrigieren, neu ausschneiden – bis die Formen genau so sind wie man sie sich vorstellt“, erinnert sich Andreas. Zugunsten eines cleanen Looks wurde nur ein Minimum an Elektrik verbaut. Und eine Kupplung sucht selbst der Kenner an diesem Bike vergebens. NHPower baute nicht nur den doppelten Primärantrieb mit zwei parallel geschalteten Antriebsriemen, sondern lieferte auch eine Automatik-Kupplung, die bei einer bestimmten Drehzahl den Motor automatisch auskuppelt. Mit dem handbetätigten Schalthebel lässt sich dann in die nächste Gangstufe schalten. Die Lackierung mit „Heavy Metal“-Lackpigmenten besorgte in bewährter Manier Ingo Kruse. Mit goldenen Akzenten und perfekt handgezogenen Pinstripes bietet die „Open Mind“ eine Optik, die ihresgleichen sucht: Ein Hot Rod auf zwei Rädern, mit dem Thunderbike mit Sicherheit auch die Herzen des amerikanischen Publikums im Sturm erobern wird. Mal sehen, ob es eine weitere Sternstunde des deutschen Customizing in Amerika geben wird …
Erbauer/Besitzer: Team Thunderbike

Motor
Typ: S&S, 124 cui (2030 ccm) Bj. 2006
Vergaser: S&S
Luftfilter: Crime Scene Choppers
Auspuff: Thunderbike
Leistung: 100 PS
Sonstiges: Motor komplett zerlegt, lackiert, alle Schrauben vergoldet oder mit Messingkappen abgedeckt

Getriebe
Typ: Torquebox 5-Gang, Bj.: 2007, Handshifter
Primär: NH Power Sven Naber
Kupplung: NH Power
Sekundär: Thunderbike

Fahrwerk
Rahmen: Thunderbike “Open Mind”, Bj. 2008
Lenkkopfwinkel: 34°
Gabel: Thunderbike “Open Mind”, Airride
Stoßdämpfer: Tricky Air
Räder: vo. 4,5 x 23” Thunderbike 5-Star m. 130/60-23, hi.:  9 x 21” Thunderbike 5-Star m. 260/35-21  
Bremsen: Thunderbike Ritzelbremse, Zange: Tolle

Accessories
Benzintank: Thunderbike
Öltank: Thunderbike
Lenker: Thunderbike “Open Mind”
Griffarmaturen: Thunderbike
Fußrastenanlage: Thunderbike
Lampe: Thunderbike
Rücklicht: Crime Scene Choppers
Sitzbank: Custom Leather/ A. Dobstetter
Lack: Ingo Kruse, Kruse Design (Flakes original aus den 70ern)

Kontakt
www.thunderbike.com












 
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Stand:18 November 2018 13:28:29/bike-portraits/sternstunde_18315.html