Shovel 76

18.09.2015  |  Text: Dr. Heinrich Christmann  |   Bilder: Fotostudio Vorbild AT
Shovel 76 Shovel 76 Shovel 76 Shovel 76 Shovel 76 Shovel 76 Shovel 76 Shovel 76 Shovel 76 Shovel 76 Shovel 76
Shovel 76
Alle Bilder »
Da behaupte mal noch einer, es gäbe keinen Nachwuchs mehr in unserer Szene. Der junge Christian Peper jedenfalls belehrt uns mit seinem Erstlingswerk eines Besseren
Der in Neubrandenburg geborene Christian ist gerade mal 26 Jahre jung. Sein Beruf hat mit schrauben nichts zu tun, er ist Fahrzeuglackierer. Geübt hat er bereits früher, da baute er seine erste Harley, 1200er Sportster, in einen Bobber um. „Aber die Shovel ist mein erstes richtiges Custombike“, berichtet der junge Mann, der seit sieben Jahren im Salzburger Land lebt. Den Schrauber-Virus hat Christian ganz offensichtlich von seinem Vater geerbt, denn der ist Mechaniker und seit gut 30 Jahren in der US-Car und Biker-Szene unterwegs. Zur Zeit restauriert Papa Peper eine Corvette, half aber auch bei dem hier gezeigten Projekt mit Rat und Tat. „Durch ihn bin ich eigentlich dem amerikanischen Wahnsinn verfallen“, meint sein Sohn. …



Die Basis-Shovel konnte Christian günstig erwerben. Danach ging’s ans Zerlegen. Außen wie innen war der Motors nicht mehr der beste, was Hotty von den H-D Doctors Nord auf den Plan rief. Der baute auf Basis des Vorhandenen mit Brocken von S&S einen jetzt 1340 ccm großen Motor auf. Den originalen Shovel-Rahmen aus dem Baujahr 1976 (deshalb die Zahl auf dem Öltank) behielt man vorne bei, hinten wurde aber ein starres Eigenbauheck angeschweißt. Old School sollte sein Bike werden, deshalb waren von Anfang an eine Springergabel, ein Apehanger und Weißwandreifen gesetzt. Der Tank stammt von Indian Larry Legacy, der innenliegende Gasgriff von Müller und die innenliegende Bremsleitung von Venhill.

Der kultige Beltschutz soll dafür sorgen, das kein Hosenbein vom offen laufenden BDL-Belt „gefressen“ wird

Die Batterie hängt unterm Getriebe, die Steuereinheit für Zündung und Blinker unterm Sitz. Zu guter Letzt war das Farbkleid dran. Das hat Lackierer Christian selbstredend selbst übernommen. „Es war ein steiniger Weg, bis es zu diesem Ergebnis kam, da ich vorher noch nie so ein Bike gebaut habe. Es war in Wirklichkeit schon einmal fertig, aber beim Zusammenbauen habe ich einige Fehler gemacht. Also alles wieder auseinander und nochmal zusammenstecken, diesmal aber richtig“, berichtet der Wahlösterreicher von der zweijährigen Bauzeit. Wir meinen: Es hat sich gelohnt. Erstaunlich für ein Erstlingswerk, und erstaunlich stimmig für solch einen jungen Kerl. Congrats ins Salzburger Land!
 
Basis: Harley-Davidson FXD
Erbauer/Besitzer: Christian Peper

MOTOR
Typ: H-D Shovelhead, Bj. 1976
Hubraum: jetzt 1340 ccm (original 1200)
Kurbelgehäuse: Serie
Zylinder/-köpfe: S&S
Kolben/Ventile: S&S
Nockenwelle: Andrews
Luftfilter: VIP rat Rod
Vergaser: S&S Super E
Zündung: Dynatec
Krümmer: Eigenbau
Endtopf: Cycle Shack

GETRIEBE
Typ: RevTech 5-in-4
Primärtrieb: BDL, offener 3-Zoll-Belt
Sekundärtrieb: Kette
Kupplung: BDL

FAHRWERK
Rahmen: vo. orig. Shovel, hi. starr Eigenbau
Gabel: Springer W&W
Räder: vo. 21”, hi. 16” Speichen
Bremsen: vo. Scheibenbremsen-Kit für Springer von W&W, hi. Ritzelbremse von KustomTech

ACCESSORIES
Tank: Indian Larry
Öltank: Eigenbau aus Amerika
Lenker: V-Team
Riser: Mark van der Kwaak
Armaturen: KustomTech
Schalter: Motorcycle Storehouse
Scheinwerfer: Phantom
Rücklicht: Kens Factory
Fender: British Style Classic, modifiziert
Tacho: motogadget
Fußrasten: W&W
Sitz: Sitz Design Geri Pogacnik
Lackierung: Eigenleistung
  Teilen
Topseller im Shop
Stand:18 September 2018 17:19:09/bike-portraits/shovel+76_159.html