Raptor – BBO-Siegerbike mit Milwaukee-Eight-Motor

05.01.2018  |  Text: Dr. Heinrich Christmann  |   Bilder: Gerd Scheidel, Tobias Kircher (1)
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Raptor – BBO-Siegerbike mit Milwaukee-Eight-Motor
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Das Team von Harley-Davidson Würzburg Village hat sein BBO-Bike „Raptor“ genannt. Das ist lateinisch und bedeutet Räuber. Wohl dem, der auf der Straße nicht zu seinem Opfer wird
Wir als Harley-Vertragshändler wollten unbedingt ein Custombike bauen, das die neuesten technischen Standards und die Euro 4 erfüllt. Also war von vornherein ein Milwaukee-Eight-Motor gesetzt. Einspritzung war eh klar, und ABS, Airride und eine Einarmschwinge sollte unser Bike auf jeden Fall auch haben“, klärt uns Würzburg-Village-Inhaber Christoph Repp aka „Chicken“ auf. Das Dumme an der Sache war, dass es zu dem Zeitpunkt, als die Einladung zum Biker Build-Off die Mannschaft in Würzburg erreichte, noch keine Softails mit dem Milwaukee-Eight-Motor (kurz: M8) gab, denn die wurden erst über sieben Monate später der Weltöffentlichkeit präsentiert. Also blieb den Jungs keine Wahl, sie mussten auf einen Motor aus einem Touring-Modell zurückgreifen. Diese Entscheidung zog allerdings weitreichende technische Konsequenzen nach sich, denn die Jungs hatten sich in den Kopf gesetzt, unbedingt eine flache, langgestreckte Softail zu bauen. Die Stoßdämpfer mussten also softaillike unter dem Getriebe verschwinden, was aber mit der serienmäßigen Schaltbox des M8 nicht zu machen war, weil an der Stelle, an der die Stoßdämpfer Platz nehmen sollen, der Öltank der Trockensumpfschmierung sitzt.

Die LED-Leuchtenbänder in den Rädern lassen sich unterschiedlich programmieren. Je nach Wunsch wechselt die Farbe in einem bestimmten Zeitturnus automatisch

Was tun? Man entschied, den M8-Motor mit dem Getriebe eines Softail-Twin-Cams zu koppeln, denn das baute flach genug, um die Stoßdämpfer unter ihm unterbringen zu können. Hört sich kompliziert an … ist es auch. Diverse Adapterplatten wurden entwickelt, damit zusammenkommt, was nicht zusammen gehört und auch der Primär des M8-Antriebs passte natürlich nicht mehr. Also baute man auch den Primärtrieb eines Twin Cam inklusive Antriebskette so um, dass er an den M8-Motor passte. Auch das Ölsystem musste komplett umgestellt werden. Doch damit nicht genug: Da der Antriebsstrang nun ein Hybride aus zwei völlig verschiedenen Motorengenerationen war, musste ein neuer, selbstgestrickter Kabelbaum her, denn die Serienelektronik verstand nachvollziehbarerweise die Welt nicht mehr. Die von Harley verbaute CAN Bus-Technologie ist ja eh schon recht mimosenhaft, was das Akzeptieren von Fremdteilen angeht, ein „artfremdes“ Getriebe ging ihr dann doch zu weit.

Wer würde erkennen, dass hier ein Twin-Cam-Primärtrieb mit einem Milwaukee-Eight-V2 gekoppelt ist?

Und weil es diese Motor-/Getriebekombination ja eigentlich gar nicht gibt, musste natürlich auch der Rahmen komplett neu entstehen. Den und auch alle übrigen unzähligen Metallarbeiten fertigte Miro im Würzburg Village. Was die Radaufhängungen angeht, konnten die Franken zumindest ansatzweise auf existierendes Material zurückgreifen. Die Gabel ist eine Kombination aus Brücken von Müller und den Gabelbeinen einer originalen H-D Softail Rocker C. Die Basis der Einarmschwinge hat Zodiac im Programm, diese wurde entsprechend den Anforderungen an das einmalige Chassis umgeschweißt.

Das siegreiche Team vom Würzburg Village (von links nach rechts): Jakub, Miro, Chef Chicken und Daniel

Einmalige Einzelstücke sind auch die Räder. Die Felgenkränze gewann man aus zwei mehrteiligen Rädern von Thunderbike. Die Naben haben die Würzburger selbst hergestellt und diese und die Felgenkränze dann mit durchsichtigen Vollscheiben aus dem Hochsicherheitsplexiglas namens „Megalon“ zusammengefügt. Der Obergag an den ohnehin schon spektakulären Rädern ist, dass die Würzburger Buben in der Felgenkranzmitte jeweils ein LED-Band verbaut haben, das, von einem Akku gespeist, buntes Licht emittiert, das von dem Plexiglas dermaßen gut im Innern der Platte gestreut wird, dass die gesamte Megalonscheibe bunt aufleuchtet. Ein Riesenspaß, besonders nachts.

Nichts von der Stange: Auch der Lenker, der Tank und überhaupt das ganze „Sheet Metal“ entstand in der Werkstatt in Würzburg-Hettstadt

Falls Sie bis hierher gelesen haben, ist Ihnen jetzt klar, dass es sich das fränkische Team wirklich nicht einfach gemacht hat mit dem BBO-Bike. Umso mehr wird es die Bocksbeutel-Schlozzer aus Hettstadt gefreut haben, das Ding in Bad Salzuflen gewonnen zu haben. Auch wir gratulieren hierzu herzlich.
Erbauer: Würzburg Village

Motor
Typ: orig. H-D M8, 107 cui, Bj. 2017
Gemischaufbereitung: orig. H-D EFI
Luftfilter: Eigenbau Würzburg Village
Krümmer: Eigenbau Würzburg Village
Endtopf: Jekill & Hyde
Leistung in PS: ca. 91

Getriebe
Typ: orig. H-D Twin Cam, Bj.: 2015
Primärtrieb: Twin Cam, Bj. 2015
Primärcover: Twin Cam, Bj. 2015
Kupplung: Twin Cam Bj. 2015
Sekundärtrieb: orig. H-D Zahnriemen
Specials: Twin-Cam-Getriebe an M8-Motor adaptiert

Fahrwerk
Rahmen: Eigenbau Würzburg Village
Rake: 32°
Gabel: Brücken Müller Motorcycles, Gabelbeine orig. H-D Rocker C
Schwinge: Basis Zodiac Einarmschwinge, modif. von Würzburg Village
Federbeine: Airride
Bremsen: vo. und hi. Performance Machine
Bereifung: vo. und hi. Avon Cobra    
Räder: vo. 23”, hi. 21”, Scheibenräder Megalon-Plexiglas-scheibe mit eigenen Naben und Thunderbike-Felgenkränzen                               

Accessories
Benzintank: Eigenbau Würzburg Village  
Öltank: orig. H-D Rocker C
Fender: Eigenbau Würzburg Village
Lenker: Eigenbau Würzburg Village
Riser: Eigenbau Würzburg Village
Lenkergriffe: orig. H-D
Handhebel: orig. H-D
Schalter: orig. H-D
Fußrastenanlage: Arlen Ness
Frontlampe: Eigenbau Würzburg Village
Anzeigeinstrumente: motogagdet
Blinker und Rücklicht: Rizoma
Spiegel: Arlen Ness
Sitz: Eigenbau Würzburg Village
Lackierung: Paint & Metal

Kontakt
www.hdwv.de

 
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