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Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber

02.05.2019  |  Text: Heinrich Christmann  |   Bilder: Courtesy of Dietmar Reiter
Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber
Flying Tits – Das neueste Werk von Dietmar Reiter aka Mr. Bobber
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Schon seit Jahren in der Customszene aktiv hat „Mister Bobber“, mit bürgerlicher Namen Dietmar Reiter, nach eigenem Bekunden jetzt sein Meisterstück abgeliefert
Wir kennen Dietmar bereits einige Zeit lang. Beim Erstkontakt outete er sich als Anfänger im Customgewerbe, aber seine Erstlingswerke ließen durchaus aufhorchen: Schnörkellose, blitzsaubere Handwerksarbeit, so was sieht man gerne. Deshalb haben wir den Feierabendschrauber auch gerne mit den Publikationen über seine Bikes unterstützt. Dabei muss man wissen, dass seine Firma „Mr. Bobber Custom“ auch heute noch eine One-Man-Show ist, die in der heimischen Garage stattfindet. Im wirklichen Leben ist Dietmar Geschäftsführer einer Metallbaufirma, die zehn Mitarbeiter beschäftigt.

Nur konsequent: Wer sich Mr. Bobber nennt, muss Bobber-Reifen verbauen

Bei seinem neuesten Customwerk bildete eine komplett heruntergewirtschaftete, verranzte 1998er Softail Evo den Grundstein. „Man hätte sie auch Fahrzeugleiche oder Schrotthaufen nennen können, die Maschine war total fertig mit der Welt!“, berichtet der Erbauer. Die Innereien des Motors steckten fest, die Gabel war krumm, die Karre war total verölt, der allgegenwärtige fingerdicke Staub war noch das geringste Problem. Beulen, Kratzer, Schleif- und Schürfspuren allerorten und der Kabelbaum war sowieso komplett kaputt. Lediglich der Rahmen und die Schwinge machten einen zwar verdreckten, aber intakten Eindruck. „Das war genau die optimale Basis für eine richtig perverse Radikalkur“, so Dietmar Reiter.

Dann folgte das, was die Amis als „Bolt-and-Nut-Restoration“ bezeichnen. Das Gerät wurde komplett zerlegt und dann von Grund auf neu aufgebaut. Kein einziges Teil, das nicht bearbeitet oder modifiziert und neu beschichtet oder lackiert worden wäre, selbst das Innenleben der Softail-Stoßdämpfer erstrahlt jetzt in neuem Glanz. Dietmars Ziel war es, so clean wie nur irgend möglich zu arbeiten, keine unnötigen Kabel, keine sichtbaren Kabelbinder, keine gebrauchten Schrauben, er wollte so viel wie möglich selbst anfertigen. Und strippen stand auf dem Programm, so viel wie möglich weg mit Zeug, was nicht unbedingt gebraucht wird.

Der festgegangene Evo-Motor erwies sich als Großbaustelle

Rahmen und Schwinge wurden von sämtlichen alten Laschen und Haltern befreit, neue Halter für Bremse, Öltank, Sattel, Kabelbaum und Auspuffanlage wurden neu angeschweißt. Selbst die nagelneue Springergabel von W&W kürzte der Feierabend-Customizer um ein Zoll und verschweißte diese neu. Weil Mr. Bobber seinem Firmennamen gerecht werden wollte, kamen als Räder nur 16-Zöller mit ballonartigen Firestone-Puschen in Betracht. Bremsen und Sekundärtrieb liegen auf der linken Seite, um die rechte Fahrzeugseite möglichst clean zu halten. Den Sekundärtrieb stellte Dietmar auf Rollenkette um, weil er am satt sitzenden Heckfender keine Fenster für den Zahnriemen herausschnippeln wollte.

Der Motor stellte sich als echte Großbaustelle heraus. Der wurde von „Terror Machines“ zerlegt und dann innen wie außen revidiert. Sämtliche Lagerstellen wurden erneuert, die Kurbelwelle feingewuchtet, die Kanäle bearbeitet, Ventile eingeschliffen. Den Gaswechsel steuert jetzt eine Andrews-Nockenwelle, gezündet wird mit einer einstellbaren Single-Fire-Zündanlage. „Den Tank habe ich bei Peter Penzenstadler im Regal entdeckt, der lag dort so ein bisschen verwaist herum. Es dürfte sich dabei um einen Kingsize-Tank für eine Sportster handeln,“ erzählt Dietmar. Das Gefäß bekam neue Halter und sitzt jetzt perfekt auf dem renovierten Evo-Rahmen. Den Lenker bog sich Dietmar selbst und verlegte die Bremsleitung, den Gaszug und die Schalterverkabelung unsichtbar ins Lenkerinnere. Überhaupt musste der komplette Kabelbaum neu entstehen, die Steuerung dafür übernimmt ein „Black Box 2“ genanntes Gerät, das es bei Custom Chrome Europe gibt. „Der Tacho von Motogadget inklusive Menüdrücker, das Zündschloss, die Zündspule und der Choke sitzen alle aufgeräumt am Motorhalter auf der linken Seite“, so Dietmar. Die Blinker vorn wurden mittels selbst angefertigtem Fräser so montiert, dass der Blinker versenkt in der Ovalen der Springergabel sitzt.

Den Sekundärantrieb baute Dietmar von Zahnriemen auf Rollenkette um; so konnte er einen Ausschnitt am Heckfender umgehen

Lack-Freak Marcus Pfeil übernahm die Lackierarbeiten. Rahmen, Schwinge und Gabel wurden zunächst gepulvert und dann lackiert. Am Chassis kam ein Renault-Grau zum Einsatz, die übrigen Teile tragen zudem noch Candy-Rot auf Metalflake, Blattgold und Akzente von „Gost Flames“. 450 Arbeitsstunden plus die Arbeiten an Motor und Getriebe stecken in dem Motorrad, die sich aber voll gelohnt haben. Mit diesem Custombike hat sich Mr. Bobber in eine neue Liga innerhalb der Schrauberszene katapultiert. Dafür unser Respekt!
Basis: Evo-Softail

Motor
Typ: orig. H-D Evolution, 1350 ccm, Bj. 1998
Zylinder:gebohrt und gehont, + 0,001 inch
Zylinderköpfe: bearbeitet
Kolben: Übermaßkolben von S&S
Ventile: neu, S&S
Stößelstangen: S&S
Rollenstößel: orig. H-D
Nockenwelle: Andrews EV27
Kurbelgehäuse: orig. H-D
Kurbelwelle: orig H-D, feingewuchtet
Pleuel: orig. H-D
Zündung: Single Fire
Vergaser: Mikuni HSR42, poliert
Luftfilter und Auspuffanlage: BSL
Specials: Alle Gehäusedeckel neu beschichtet beziehungsweise verchromt

Getriebe
Typ: orig. H-D Fünfgang, Bj. 1998
Primärtrieb: BDL, 2-Zoll-Belt
Primärcover: Eigenbau Mr. Bobber Custom
Kupplung: BDL
Sekundärtrieb: Umbau auf Rollenkette
Ritzel und Kettenrad: Performance Machine

Fahrwerk
Rahmen: orig. H-D, modifiziert
Gabel: Springer-Style von W&W, gekürzt von Mr. Bobber Custom
Schwinge/Federbeine: orig. H-D, modifiziert
Räder: vo. und hi. TTS-Speichenräder, vo. 3.5 x 16”, hi. 4 x 16”
Bereifung: vo. und hi. Firestone 5.00 x 16
Bremsen: vo. Performance-Machine-Zweikolben, hi. Performance-Machine-Vierkolben-Ritzelbremse

Accessories
Benzintank: Kingsize Sportster-Tank von Zodiac, angepasst Mr. Bobber Custom
Öltank: orig. H-D
Fender: vo. Penz, hi. Mr. Bobber Custom
Lenker und Riser: Eigenbau Mr. Bobber Custom
Lenkergriffe/Handhebel: K-Tech
Lenkerschalter/Spiegel/Frontlampe: CCE
Fußrastenanlage: CCE
Anzeigeinstrumente: motogadget
Rücklicht: Thunderbike
Blinker: motogadget
Sitz: Spirit Leather
Lackierung: Marcus Pfeil Custompainting
Specials: Heckfenderhalter, Tachohalter, Halter Auspuff, Sattelhalter etc. Eigenbau Mr. Bobber Custom

Kontakt
www.mr-bobber-custom.com

 
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Stand:22 May 2019 14:02:18/bike-portraits/flying+tits_19416.html