Dirt Tracker – Street Rod von der H-D Factory Frankfurt

04.05.2018  |  Text: Heinrich Christmann  |   Bilder: Tobias Kircher
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Dirt Tracker – Street Rod von der H-D Factory Frankfurt
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Da kann man sich nur ungläubig die Augen reiben, aber beim zweiten Mal hinschauen bestätigt es sich: Ja, dieses Bike war mal eine Street Rod. Beim Vertragshändler Harley-Factory Frankfurt entstand daraus ein rattenscharfes Gerät
Lass uns doch mal ein bisschen Remmidemmi mit dem Teil machen. Wär’ doch klasse, wenn wir mal so richtig Dreck fliegen lassen würden, auf ’nem entsprechenden Dirt-Track-Oval natürlich“, so der Vorschlag von Thomas Trapp von der Factory Frankfurt, und er rennt damit bei uns offene Türen ein. Nach einem elendigen und langen Spätwinter ist es dann so weit. Am 24. Februar veranstaltet der MSC Diedenbergen (nahe Hofheim am Taunus) einen Frühjahrstrainingstag auf seiner Speedway-Strecke. Die Factory macht alles klar, der Street Tracker darf in der Mittagspause ins Oval. Als Fahrer ist kein Geringerer als Max Dilger ausgeguckt, ein sehr sympathischer junger Mann von 28 Jahren, der nach eigener Aussage schon 24 Jahre (!) Rennen fährt. Max Dilger ist Speedway-Profi, das heißt, er verdient sein Geld mit Speedway fahren. Trotz seines jugendlichen Alters fuhr er bereits viele Jahre lang in der Europameisterschaft und Weltmeisterschaft mit, fast ein Jahrzehnt sogar als Profi im speedwayverrückten England. Ein absoluter Topfahrer also.

Mit dem Street Tracker musste er es im Schlamm gemächlich angehen lassen

An diesem Trainingstag aber sind die Umstände gegen uns. Tagelang hat es an den Vortagen geschüttet wie aus Kübeln, die Strecke ist total schlammig. Auch ein Ausnahmekönner wie Max Dilger ist da machtlos, zumal der Street Tracker nicht nur fast das Dreifache wiegt im Vergleich zu seiner Rennmaschine, sondern auch die falschen Reifen drauf hat. Die Sportmax Mutant von Dunlop sehen zwar umwerfend gut aus und funktionieren auf der Straße tiptop, aber hier im tiefen Schlamm geht fast gar nichts. Max dreht trotzdem tapfer einige Runden, aber Schräglagen oder gar spektakuläre Drifts sind an diesem Tag nicht drin. Trotzdem nochmals herzlichen Dank an den Mann aus Lahr, der sich final bei einem leichten Wegrutscher des Hinterrads auch noch seine bis dahin waschmaschinensaubere Rennkombi ordentlich mit braunrotem Schlamm eingesaut hat.

Unterm Sitz sind die Elektrik und der Kühlwassertank verborgen

Zum Bike selbst: Gebaut wurde es von Lucas Schmidt, einem der Customizing-Spezialisten der Harley-Factory Frankfurt. Basis war eine serienmäßige Street Rod. Lucas hat jahrzehntelange Erfahrung als Rennmechaniker in der Motorradweltmeisterschaft gesammelt, dementsprechend sauber ist die Maschine technisch und optisch aufbereitet. Am Motor selbst wurde mechanisch nichts verändert, das Einspritzmapping ist aber mittels Super Tuner und Prüfstandsläufen optimiert. Dazu werten weiße Kühlwasserschläuche und orangefarbene Zündkabel die Optik bemerkenswert positiv auf. Rahmen, Gabel und Räder sind aus der Serie übernommen, die Räder kommen mit ihren dynamischen Lack-Graphix wahnsinnig sportlich rüber. Ansonsten stammt nur noch der Benzintank aus der Serie. Den aber hat Lucas etwas höher gelegt, um eine schön gerade Tankunterkante/Sitzbank-Linie zu erreichen.



Sehr viel Arbeit steckt im selbst angefertigten Heckteil. Das sitzt auf einem eigens angefertigten Untergestell. Unter dem Sitzbankkörper ist nicht nur die ganze Elektrik, sondern auch der Ausgleichsbehälter für den Kühlwasserkreislauf versteckt. Auch die 2-in-1-Kümmer entstanden in der Factory. Ergänzt werden die Umbaumaßnahmen durch leckere Teile von Öhlins, Free Spirit, Rizoma, LSL, Kellermann und Co., ein Who-is-who des Aftermarkets. Knapp zwanzig Steine muss ein Interessent hinlegen, der mit solch einem angesagten Tracker in seinem Revier den Checker geben will. Eine lohnende Quote, denn reichlich Aufmerksamkeit ist ihm gewiss.
Basis: H-D Street Rod
Erbauer: Lucas Schmidt, H-D Factory Frankfurt

Motor
Typ: orig. Revolution X, 749 ccm, Bj. 2017                                                      
Luftfilter: S&S
Auspuffkrümmer: H-D Factory Frankfurt
Auspuffendtopf: Supertrapp
Auspuffhalter: H-D Factory Frankfurt
Pulley-Abdeckung: Free Spirits
Specials: Neues Mapping mittels Super Tuner; Kühlwasserschläuche: weißes Silikon; Zündkabel orange

Getriebe
Typ: orig. H-D Sechsgang
Kupplung: orig. H-D
Primärtrieb: orig. H-D
Sekundärtrieb: orig. H-D

Fahrwerk
Rahmen: orig. Street Rod, Fenderstruts gekappt
Gabel: orig. H-D Street Rod Upside-Down            
Stoßdämpfer hinten: Öhlins
Räder: orig. H-D Street Rod Leichtmetallguss, vorn 3,50 x 17", hinten 4,50 x 17"
Bereifung: vorn 120/70 R17 Dunlop Mutant, hinten 160/60 R17 Dunlop Mutant
Bremse: orig. H-D Street Rod
Specials: Bremsleitungen Pro Brake                                                     

Accessories
Tank: orig. H-D Street Rod, höher gelegt
Sitzbank: H-D Factory Frankfurt, mit Untergestell
Startnummertafel mit Lampen: Free Spirits
Lenker: LSL
Handgriffe: Pro Grip
Fußrasten: Joker
Zündschloss: verlegt, Kit von Free Spirits
Blinker: vorn Kellermann Mini, hinten Rizoma
Lack: Bernhard Richter/H-D Factory Frankfurt

Kontakt
www.harleyfactory.de

 
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Stand:19 July 2018 19:39:08/bike-portraits/dirt+tracker+-+street+rod+von+der+h-d+factory+frankfurt_18420.html