BAR!STA – Prototyp auf Sportster-Basis von Mainhattan Choppers

02.03.2018  |  Text: Ian Alderton, Heinrich Christmann  |   Bilder: Tobias Kircher, Mainhattan Chopper (2)
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BAR!STA – Prototyp auf Sportster-Basis von Mainhattan Choppers
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Bei Mainhattan Choppers entstand der aufsehenerregende Prototyp eines Café Racers, der ebenso futuristisch wie retrospektiv ist und unzählige Gestaltungsmöglicheiten bietet
Angefangen hat die Story dieses Motorrads vor ein paar Jahren an einem Freitagabend. Es war bereits Feierabend und die Mainhattan-Jungs hatten sich in geselliger Runde um ihre Handle-Bar eingefunden, um welt- und werkstattverbessernden Gedanken freien Lauf zu lassen, frei nach dem Motto: „Man müsste mal, man könnte mal …“ oder: „Darauf hätte ich mal Lust …“. Eine der Ideen war: „Ein Cafe Racer auf Sportster-Basis in Kleinserie, das wär’s doch! Wir sind nämlich total auf Bobber-, Bagger- und Chopperbau fixiert, da wäre mehr Cafe Racer und mehr Sportster doch sinnvoll.“ Die Antwort kam prompt: „Nicht reden! Machen!“



Mit dieser Ansage ging Ian Alderton ins Wochenende. Viel zu müde, um ins Bett zu gehen, dachten Ian und seine Frau Brigitte darüber nach, was genau Cafe Racer für sie bedeutet. Ian, der gebürtige Engländer hat zwanzig Jahre Motorraddesignerfahrung bei Honda, brauchte zunächst ein Designkonzept. Das Ergebnis des Brainstormings des Pärchens war die Gestaltungsidee „Rakete“. „Das ist Geschwindigkeit, Beschleunigung, vorwärts streben … das ist modern, futuristisch und hat Retro-Geschmack“, waren sich beide einig. Zu dieser Grundidee entwickelten sich weitere Assoziationen: Flügel wie Raketen und Flugzeuge, Flossen wie ein Haifisch oder ein Ami-Schlitten.

Bewusst gewählt: Die schlichte Farbgebung lenkt nicht von der Form ab

So entstand das Konzept und in der Umsetzung war Ian bestrebt, die verschiedenen Aspekte auch gestalterisch darzustellen. Die erste Skizze entsteht noch am initialen Wochenende. Die Rakete-Idee war da, aber wie konnte man sie an der Maschine umsetzen? Ian war in seinem Element – nicht nur als Motorraddesigner, sondern als Experte auch noch ganz bei seiner besonderen Vorliebe für Cafe Racer. Bei der hausinternen Vorstellung der Skizze in Nieder-Eschbach fand das Design sofort regen Zuspruch: Die Balance zwischen „etwas Besonderes, aber nicht total verrückt“ war gelungen. Jeder hatte sofort seine Ideen und Assoziationen. Auch dieses Ziel war erreicht. Man beschloss, einen Prototypen zu bauen, und zwar dergestalt, dass später eine Kleinserie daraus werden kann. Die praktische Umsetzung startete mit dem Kauf einer XL 1200 Sportster. Dann gings ans Modellieren von Tank, Sitz und Heck. Während Ian mit Ton modellierte, liefen parallel dazu seine Detailgestaltungen für den speziellen Auspuff, denn es sollte eine besondere Auspuffanlage geben. Im Eigenbau wurde die Auspuffanlage mit Schalldämpfern als Prototyp gebaut – immer mit dem Hintergedanken, auch diese für eine Kleinserie möglich zu machen.

Geplant ist, den Kit wahlweise in GFK und in Aluminium anzubieten

Weil beim Prototyp das Rahmendreieck unterm Sitz clean bleiben sollte, wurde der Heckbürzel als Öltank konzipiert. Die Batterie wurde unter die Schwinge verlagert, die Elektrik ist unter der Sitzbank versteckt. Änderungen und Weiterentwicklungen am Design entstanden in der Modellierphase: Der Tank erhielt einen Zacken, der die Flächen aufbricht und mehr Dynamik zeigt als die erste Skizze. In der Fortsetzung kamen die farblich abgesetzten Kanten als grafisches Element verstärkend hinzu. Das zunächst schlichter gestaltete Heck erhielt auf Anregung des Mainhattan-Azubis ebenfalls „Flossen“, was dem Gesamterscheinungsbild richtig guttut.

Hängend: Die Lampe ist an der oberen Finne befestigt, Kontakt zu den Seitenflügeln besteht nicht

Irgendwann stand es da, das Projekt. Gestaltet, aber noch ohne Namen: Ein Cafe Racer, eine Kaffeemaschine … ein Meister der Kaffeezubereitung wird in der Gastronomie „Barista“ genannt. Das war es: BAR!STA. Der Name folgt dem heutigen Trend zu gutem Kaffee und knüpft an die Historie der Cafe-Racer-Szene an. Immerhin war es Sinn und Zweck, sich mit seinem Bike am Café zu treffen und (illegale) Wettrennen zu fahren. Die Tonvorlagen wurden dann abgeformt und in Glasfaser laminiert. Grundsätzlich wird es für interessierte Kunden die Wahlmöglichkeit zwischen GFK und Aluminium geben. Wie für den Prototyp auch, arbeitet Mainhatten Choppers für die weitere Produktion mit ausgesuchten Handwerksbetrieben zusammen, um die spezifischen Kundenwünsche zu erfüllen. „Wir haben uns für den Prototyp die grau-braune Lackierung ausgesucht, um nicht vom Design abzulenken“, erklärt Ian, „parallel dazu haben wir uns Gestaltungsideen ausgedacht.“ Vorschläge sind: 60er-Jahre-Corvette mit Zweifarbenlack und Weißwandreifen, Shelby Cobra mit Rennstreifen und 2-in-1-Auspuff, eine Harley-1000-XLCR- oder XR-750-Hommage in Schwarz beziehungsweise Orange oder der P51-Mustang-Flieger in Silber mit seinen markanten Emblemen. Heißt: Auf der Basis einer Sportster – egal, ob Vergaser oder Einspritzer – kann Mainhattan allein schon mit dem Lackdesign recht unterschiedliche BAR!STA-Varianten herstellen, lediglich das Grunddesign bleibt gleich. Weitere Optionen drehen sich um die Themen Rahmendreieck, Aluminium- oder Speichenfelgen, zurückgesetzte oder mittlere Fußrasten, verschiedene Lenker und verschiedene Auspuffvarianten.



Anfang Februar rollte der Prototyp um 18 Uhr von der Bühne. Letzte Handgriffe: Öl und Sprit einfüllen, Gasgriff ein paar Mal drehen, Zündschlüssel auf „Ignition“ und dann der Druck auf den Startknopf. Innerhalb von drei Sekunden sprang sie an: „Wramm!“ Der Ton aus den beiden Auspuffenden erwies sich als dezent, die Elektrik funktioniert. Sie lebt! Jetzt muss das.
Erbauer: Mainhattan Choppers

Motor
Typ: orig. H-D Sportster, 1203 ccm, Bj.: 1996
Zündung: Crane Hi-4
Luftfilter: CCI Vortex/K&N
Auspuffanlage: Mainhattan Choppers

Getriebe
Typ: original H-D
Primär/Sekundär: original H-D
Kupplung: original H-D

Fahrwerk
Rahmen: original H-D XL, pulverbeschichtet
Gabel: original H-D XL, pulverbeschichtet
Schwinge: original H-D XL, pulverbeschichtet
Federbeine: CCI Burly Stiletto
Räder vorn/hinten: TTS 19“/TTS 18“
Bereifung: vorn Metzeler Marathon 110/90-19, hinten Metzeler Marathon 150/70-18
Bremsen vorn/hinten: orig. H-D                             

Accessories
Benzintank: Mainhattan Choppers
Öltank: im Heck, Mainhattan Choppers
Fender: Mainhattan Choppers
Lenker: LSL-Stummellenker
Fußrastenanlage: Roland Sands, zurückverlegt
Lampe: CCI Classic 4.5“
Anzeigeinstrument: motogadget motoscope tiny
Rücklicht: Kellermann Rhombus All-in-One
Blinker: vo. Kellermann Atto
Spiegel: CCI
Sitz: Mainhattan Choppers/Autosattlerei-as
Lackierung: Mainhattan Choppers
Preis: Umbau ab 15.000 Euro

Kontakt
www.mainhattan-choppers.com

 
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Stand:22 October 2018 09:14:38/bike-portraits/barsta_18220.html