Harley-Davidson Low Rider S Fahrbericht - Druckkessel

18.03.2016  |  Text: Heinrich Christmann  |   Bilder: Hersteller
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Harley-Davidson Low Rider S Fahrbericht - Druckkessel
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Das Thema „zu wenig Leistung“ bei Harleys ist mit dem Erscheinen der „S“-Modelle mit Urgewalt weggefegt worden. Die neue Low Rider „S“ setzt jetzt noch eins drauf
Ich will das Gemotze gleich am Anfang bringen, dann haben wir es hinter uns. Die Low Rider S in ihrem schwarzen Dark-Custom-Outfit ist stimmig gemacht, doch die Ideen dazu hatten vor einem halben Jahrzehnt schon andere. Die Optik der Low Rider S ist dermaßen eindeutig bei den Bikes der erfolgreichen Rocker-Soap „Sons of Anarchy“ abgekupfert, dass sich die Design-Abteilung in Milwaukee fragen lassen muss, worin eigentlich ihre eigene gestalterische Leistung besteht. Die vielen in Schwarz getauchten Teile, das kupierte Heck, die stilbildende Lampenmaske, der konische Heavy-Breather-Luftfilter – all das gab es schon vor zig Jahren in der Customszene, bei der Firma SOA konnte man solch ein Bike als Normalo ordern. Deshalb gibt’s von uns für die Disziplinen „Innovation“ und „Eigene Designleistung“ nur ein schwach ausreichend. 

Macht aber nix, denn das ganze martialische Dunkel-Gedöns ist gar nicht das Wichtigste an der Low Rider S. Das Highlight ist vielmehr der unverschämt druckige Motor. So ein bisschen kennen wir den schon aus den Softail-S-Modellen. Aber e­ben nur ein bisschen. Denn im Gegensatz zu den Softails darf die mächtige Kurbelwelle der Dyna spontan und ungehemmt hochdrehen, ohne das ganze Balancer-Gewerk mit antreiben zu müssen. Von 5 PS Leistungsplus spricht Harley, wir wetten, es ist sogar mehr. 



Der 1801 ccm große Screamin’-Eagle-V2 hängt brutal gut am Gas, jedes Zucken mit der rechten Hand setzt einen wahren Sprung nach vorn in Gang – wenn man möchte. Denn es geht auch sanft. Die Triebwerksingenieure hatten offenbar ein ganz feines Händchen, als es darum ging, dem Hubraumriesen Alltagsmanieren beizubringen. Wer bummeln oder gemütlich cruisen will, kann das tun. Ohne Wenn und Aber. Schon bei 2000 U/min läuft der Motor tadellos und ohne Konstantfahrruckeln, ab 2200 fühlt er sich richtig wohl und lässt sich ab dieser Drehzahl auch ohne Verschlucken hochbeschleunigen. Punch von über 100 Nm steht quasi ab Standgasdrehzahl zur Verfügung, der Drehmomentberg gipfelt bei gewaltigen 156 Nm. Demnächst werden wir eine Low Rider S nachmessen, dann wissen wir noch mehr. 

Zum Thema Fahrwerk, Bremsen und Fahrverhalten: Schön ist, der phantastische Motor kann dem Fahrwerk nichts anhaben. Die neuen Federelemente sind gut abgestimmt, das passt in nahezu sämtlichen Fahrsituationen. Lediglich das alte Harley-Dilemma mit der dürftigen Schräglagenfreiheit ist auch bei diesem Modell vorhanden. Unser Rat: Angstnippel abschrauben, Ras­ten noch ein wenig auf dem Asphalt wegraspeln, dann wird’s ruhiger unterm Fuß.  



Sehr positiv ist zu vermerken, dass die Rotstifthaie nicht zum Zuge kamen, denn bei der gebotenen Performance braucht die Dyna „S“ unbedingt die verbaute Doppelscheibe im Vorderrad. Die verzögert sehr ordentlich, ein Hauch mehr Bissigkeit dürfte aber dennoch sein. Wer weiß, vielleicht richten es ja andere Beläge. 

Und last, but not least fiel uns bei den Testfahrten auf, dass die Low Rider aus den Kurven heraus stets weite Weg gehen will; aktiver Fahrer-Input ist also gefragt. Möglicherweise lässt sich dieses Thema aber auch mit einer Umbereifung lösen. All diesen Punkten werden wir auf den Grund gehen, denn wir nehmen ein Exemplar in den Dauertest. Bleiben Sie also dran, wir werden berichten.
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Stand:17 January 2018 08:09:49/fahrtests/harley-davidson+low+rider+s+fahrbericht+-+druckkessel_174.html