Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs

04.05.2018  |  Text: Heinrich Christmann  |   Bilder: Frank Luger
Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs
Sumpfwasser – H-D Shovelhead von Rocket Bobs
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Der Engländer Pete Pearson ist bekanntlich immer gut für ziemlich wilde Motorradkreationen. Sein Bike „Swamp Water“ macht da keine Ausnahme. Letzten Dezember wurde es „Best of Show“ in Bad Salzuflen
Pete Pearson muss ein glücklicher Mensch sein, denn er hat sich mit seinem Customshop „Rocket Bobs“ nie dem Kommerz verschrieben. Er baut, was ihm in den Sinn kommt, Kundenwünsche spielen da eine nebengeordnete Rolle. Seine Bikes sind immer extrem, halten sich weder an den Zeitgeist noch an modische Strömungen. Nicht selten sind sie auch skurril, wobei wir beim Thema „Swamp Water“ wären.



Es ist wirklich kaum zu glauben, aber dieses Bike entstand auf Basis einer Harley-Davidson FXS aus dem Jahr 1978. Allerdings blieb von der fast nichts übrig. Pete „säuberte“ zunächst den Rahmen, indem er sämtliche serienmäßigen Gusshalterungen entfernte. Danach begann die Rahmenmodifikation. Hinterm Lenkkopf schweißte er Versteifungsstreben ein, eine Spezialität des Hauses „Rocket Bobs“. Der Oberclou ist aber das Oberrohr. Mittels eines dicken Edelstahlrohres, das bis kurz vor den Sitz reicht, wurde das nämlich zu einem zweiten Tank umfunktioniert. Immerhin 1,5 Liter passen dort hinein. Zusammen mit den 4,5 Litern des konventionellen Winztanks sind sechs Liter an Bord, gar nicht so viel weniger als in einer stinknormalen Sportster Forty-Eight.

Bedeutend mehr technische Finesse steckt in der Aluminiumschwinge. Die nämlich bekam zur Versteifung nicht nur eine mächtige Konstruktion aus Unterzügen spendiert, Pete legte dieses Versteifungsgitter so aus, dass es zusammen mit dem rechten Schwingenarm als Ölbehälter fungiert. Durch diesen Kniff wurde Platz unter dem Sitz frei, den nun ein waagerecht montiertes Monofederbein einnimmt, das über ein selbst ausgedachtes Hebelsystem angelenkt wird. Apropos Sitz: Das schmale, mit irgendeinem wahnwitzigen Hippie-Stoff bezogene Brötchen stammt von einem alten Bonanza-Fahrrad, die Engländer sagen „Raleigh Chopper“ dazu.

Namensgebendes Motiv: Tankgemälde mit Mangroven-Sumpfwasser und Libelle

Das Frontend kommt sehr clean daher. Die Standrohre stammen von Showa, ihre Oberflächen sind zwecks Härtung und Verminderung der Gleitreibung carbonitriert. Die Tauchrohre taten ehedem an einer Sportster Dienst. Pete hat sie sich nochmals vorgeknöpft und äußerlich geschlichtet. Die Gabelbrücken entstanden im Haus „Rocket Bobs“. Der originale Shovelhead bekam übrigens auch sein Fett weg. 1640 Kubik Hubraum hat das Ding jetzt, die Köpfe sind auf Doppelzündung umgebaut und die neuen Kolben verdichten dermaßen hoch, dass Dekompressionsventile vonnöten waren. Das Ganze kombiniert mit einer Nockenwelle von Andrews, Hydraulikliftern, zwei Magnetos von Morris, einem Super-E-Vergaser und der selbst gefertigten 2-in-2-Auspuffanlage (race pipes) bringt genügend Zunder für das ansonsten recht leicht gera-tene Motorrad. Da nimmt es nicht Wunder, dass Pete gleich drei funktionierende Scheibenbremsen an das skurrile Geschoss montiert hat.
Erbauer: Pete Pearson, Rocket Bobs/England

Motor
Typ: orig. H-D Shovelhead, Bj. 1978, stark überarbeitet                                                      
Hubraum: 1638 ccm
Kolben: Keith Black
Zylinderköpfe: Rocket Bobs, auf Doppelzündung umgebaut
Kurbelgehäuse: überarbeitet von Rocket Bobs
Kurbelwelle: S&S
Lifter: Hydraulisch, Evo
Stößel: Jims
Nockenwelle: Andrews
Luftfilter: LC Fabricatons
Zündung: zwei Morris Magneto
Auspuff: Rocket Bobs 2-in-2 race pipes

Getriebe
Typ: Baker 6-in-4 Bj. 2018, handgeschaltet
Primärtrieb: Belt von Tech Cycle
Kupplung: Barnett
Sekundär: Rollenkette

Fahrwerk
Rahmen: orig. H-D FXS, Bj. 1978, stark modif.
Gabelbeine: Showa 39 mm, carbonitriert
Tauchrohre: Sportster, modif. Rocket Bobs
Gabelbrücken: Rocket Bobs
Schwinge: Basis JMC Alu, stark modifiziert, mit Verstärkungsunterzügen
Federbein: Mono, stickstoffgefüllt, voll einstellbar
Räder: vorn 3,5 x 21” Speiche, hinten 6,00 x 17” Marchesini Magnesiumguss
Bereifung: vorn 90/90-21, hinten 160/70-17
Bremse: vorn K-Tech, hinten PM                                                      

Accessories
Tank: Rocket Bobs
Öltank: Rocket Bobs, in der Schwinge
Fender: Rocket Bobs
Lenker und Riser: Rocket Bobs
Handhebel: Beringer
Griffe: Biltwell
Trittbretter/Fußhebel: Rocket Bobs
Scheinwerfer: Rocket Bobs
Sattel: Rocket Bobs
Lack: Art Slade/Oxford

Kontakt
www.rocketbobs.biz
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